Gut Ding braucht Weile. Getreu diesem alten Sprichwort errichtete der Winzerverein Obervolkach hoch in den Weinbergen in der Nähe der Stettenburg eine Aussichtsplattform, die dem Besucher herrliche Blicke bis hinüber zur Vogelsburg bietet. 2014 war der Spatenstich. Am Sonntag wurde die Landsknechtlaube unter strengen Corona-Bedingungen im Rahmen eines Gottesdienstes feierlich eingeweiht.

Wer als Wanderer oder Radfahrer den magischen Ort hoch über Obervolkach betritt, fühlt sich wie an einem terroir f Ort im fränkischen Weinland. "Es sieht aus wie terroir f, hat aber 100 000 Euro weniger gekostet", würdigte Bürgermeister Heiko Bäuerlein den langen Atem der Bauherren. Die Landsknechtlaube biete "tolle Blicke vom Oberen auf das Untere Volkach". Einen strengen Blick warfen die Verantwortlichen immer auf die Finanzen des Winzervereins. Dies war letztlich dafür verantwortlich, dass der Bau der Landsknechtlaube sieben Jahre dauerte.

Winzervereinsvorsitzender Roman Jörg und seine 17 Helfer leisteten über 500 Arbeitsstunden in 48 Einsätzen. Auf die Idee, eine Aussichtsplattform zu errichten, kam er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Josef Barthelme. Viele Hürden, wie beispielsweise die Berücksichtigung des  Naturschutzes, galt es zu überwinden, bis der erste Arbeitsschritt beginnen konnte. Diverse Bauvorschläge der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) mussten zuvor verworfen werden, weil "einfach die Kosten für uns zu hoch waren", sagte Jörg.

So gab es keine Zuschüsse, und der Winzerverein musste das Projekt alleine stemmen: "soweit das Geld immer reichte und natürlich corona-bedingt." Der Vorsitzende dankte der Raiffeisenbank in Volkach, die den Bau letztlich sponserte. 20 000 Euro kostete das Schmuckstück, das in den vergangenen Monaten schon rege als Ausflugsziel genutzt wurde. Unterstützt wurden die Macher von mehreren Firmen, die Baumaschinen und Materialien, Arbeitszeit, Statik und Bauaufsicht kostengünstig oder -frei zur Verfügung stellten.

Jörgs betonte, dass die Landsknechtlaube für jeden da ist, Obervolkacher und Wanderer. Spielregeln, die auf der Aussichtsplattform gelten, können im Schaukasten in der Ortsmitte nachgelesen werden. Der ehemalige Pfarrer von Obervolkach, Gaston Bindele, stellte den Ort der Erholung und der Begegnungen unter den Schutz Gottes und segnete ihn mit Weihwasser. "Mögen alle Besucher an diesem schönen Ort Freude und Freunde finden und Kraft für den Alltag schöpfen", betonte der Geistliche, der extra aus der Rhön angereist war.

Josef Barthelme zollte allen Helfern Respekt. Roman Jörg und seine Frau Anette bezeichnete er als unermüdliche Motoren des Projekts mit langem Atem. Die Dorfblasmusik, Landsknecht Michael Staudt, Weinprinzessin Wenka Feuerbach und Pauline Thaler gestalteten den Gottesdienst mit.