Er ist nur wenige Zentimeter groß. Oder besser: klein. Dafür hat er einen großen Namen: Helle Pfeifengras-Grasbüscheleule. Dahinter verbirgt sich ein Falter, der im Sommer bei Wiesentheid entdeckt wurde. Dabei galt der Nachtschwärmer seit über 100 Jahren als ausgestorben. Weshalb die Fachwelt von einer „kleinen Sensation in der Zoologie“ sprach. Merke: Auch kleine Dinge können große Euphorie auslösen.

So schön es ist, wenn etwas auftaucht – dummerweise verschwinden auch viele Dinge. Sand gehört eher nicht dazu, aber dieses Jahr wurden wir eines besseren belehrt. Unbekannte entwendeten vier Kubikmeter Sand von einem Spielplatz in Wiesentheid. Tatort: die Wohnsiedlung am Eisenbergring. Dort befindet sich seit vielen Jahren ein großzügiger Spielplatz, der quasi mittendrin liegt, eingegrenzt von Wohn- und Mehrfamilienhäusern. Schätzungsweise müssen zwei Mann eine Stunde geschaufelt haben, aufgefallen ist keinem etwas. Auch das reichlich kurios.

Rödelseer Schlagzeilen

Wenn es um kuriose Dinge geht, ist auch Rödelsee immer weit vorne. Wir erinnern uns an umwerfende Ideen: Hundekot-DNA. Schwanberg-Seilbahn. Jetzt bereichern zwei weitere Punkte die Liste der Heiterkeiten: Eine Lärmschutzwand am Rande des Baugebiets Schlossgrund. Wobei nicht sicher ist, ob es sich nicht doch eher um eine Klagemauer oder einen Teil der chinesischen Mauer handelt. Oder am Ende doch um die vorweggenommene Einstiegshilfe für die Gondeln für die Schwanberg-Seilbahn.

Der jüngste Fall: eine Wildkamera-Affaire an. Die Kameras wurden von der Gemeinde aufgehängt und sollen Sachbeschädigungen verhindern. Nur: Wenn Bilder von Ertappten dann im Netz landen, hört der Spaß auf. Wobei das noch nicht so klar ist, weil sich diverse Datenschutzbeauftragte wohl nicht gerne festlegen. Selbst eine 50-seitige Orientierungshilfe des Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz bringt aktuell wenig Aufklärung.

Pärchen unter Beobachtung

Ort des Geschehens in diesem Fall: der neue Aussichtspunkt "terroir f". Das Ding erinnert ein wenig an ein Fernrohr, das aus Corian besteht, einem mineralisch-organischen Verbundwerkstoff aus erstaunlichen 3069 Teilen. Ohne Schrauben. Genau dort also verschwand ein Pärchen nachts um 3 Uhr in der Röhre – erfasst von einer der Wildkameras. In die Röhre schauen – wenigstens wissen wir jetzt, woher diese Redewendung kommt.

Und noch etwas wurde dieses Jahr klar: Schneckenpost ist mehr als nur ein Wort. Damit sind wir bei der kuriosesten Geschichte des Jahres und dem Beweis, dass die Post immer ankommt – wenn auch mitunter erst nach 51 Jahren. Im Jahr 1969 wurde eine Postkarte aus Rom abgeschickt, jetzt traf sie im Kloster Münsterschwarzach ein. Die Ansichtskarte mit „herzlichen Grüßen aus Sant‘ Anselmo“ trägt den Poststempel vom 20. April 1969 – dem Jahr der ersten Mondlandung. Der Fall zeigt: Man sollte die Hoffnung niemals aufgeben.