Einen Goldschatz haben die beiden Sondler noch nicht gefunden, aber zahlreiche Silbermünzen, Musketenkugeln, reich verzierte Knöpfe, Eisenstücke und Anstecknadeln aus dem Dritten Reich mit Hitlerbild und der Gravur "Hitlers Dank". Im Fachjargon ist der Begriff Sondler auch als Sondengänger bekannt, Personen, die mit einem Detektor nach Metallgegenständen im Boden suchen. Außer in Bayern ist in allen anderen Bundesländern eine Genehmigung der Denkmalbehörde und Grundeigentümer erforderlich.

Der 54 Jahre alte Wolfgang Heß aus Kleinlangheim und der 41-jährige Daniel Schubert aus Stadelschwarzach gehen so oft wie möglich mit ihrem Metalldetektor auf Schatzsuche, meist zwei bis drei Stunden am Wochenende oder auch mal schnell nach Feierabend zur Entspannung. Das Wichtigste bei diesem Hobby sind Geduld und Ausdauer. Heß, der den Maler- und Lackiererberuf ausübt, betreibt die Freizeitgestaltung seit vier und der Industriemeister Schubert bereits seit sechs Jahren. "Es ist immer wieder der Reiz, den großen Coup zu landen", geben beide zu.

Gelegentlich gehen sie zusammen, aber meistens alleine auf Suche. Heß war schon immer geschichtsinteressiert, weshalb er sich auch einen Detektor kaufte, um im Erdreich Metallaltertümer zu finden. In der Regel fragen sie die Grundstücksbesitzer, ob die Flächen begangen werden dürfen. Diesbezüglich gab es bisher auch noch nie Probleme.

Die Grundstücke werden nach Belieben ausgesucht. Glatte Oberflächen wie gemähte Wiesen und gegrubberte Felder sind von Vorteil, schlecht sind geackerte Bereiche. Auf deren Schollen ist es dann schwierig zu laufen, und das Gerät muss schräg gehalten werden. Auch lehmiges Erdreich eignet sich nicht gut für Grabarbeiten, sandige Böden dagegen besser. Bei glatten Arealen kommt man mit dem Suchgerät sehr nahe an die Geländeoberfläche. Die Detektoren können dann Metallstücke bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern orten.

Alte Landkarten anschauen

Gelegentlich schauen sich die beiden Metallsucher im Internet alte Landkarten auf dem Bayernatlas an. Insbesondere in Kreuzungsbereichen und Waldecken, bei Wegekreuzen, an Viehtränkestellen, unter Brücken, wo beim Überqueren Münzen als Glücksbringer in das Wasser geworfen wurden, bei alten Baumbeständen, die als Treffpunkte dienten und immer dort, wo sich viele Menschen aufgehalten hatten, besteht erhöhte Möglichkeit, etwas zu finden. Vor den Flurbereinigungen gab es noch wesentlich mehr und unbefestigte Wege, auf denen etwas zum Vorschein kam.

Nicht erlaubt ist die Suche auf Bodendenkmälern, Grab- und Hügelfeldern, ehemaligen Schlachtfeldern und an historischen Orten. Große Freude kommt auf, wenn Münzen entdeckt werden. Bei den bisherigen Funden betrug der Betrag bis zu 80 Euro; der Erhaltungswert der Geldstücke spielt dabei natürlich eine große Rolle. In seiner Heimatregion Kleinlangheim findet Heß immer wieder Kriegspatronenhülsen. Wolfgang Heß erzählt mit Begeisterung: " Etwas zu finden, ist eine große Glückssache. Meistens handelt es sich um Schrott wie Alteisen, Aluminium, Hufeisen, Nägel und ähnliches; aber alles wird mitgenommen und fachgerecht entsorgt."

Munition und Handgranaten

Fast bei jeder Suche kommt Metall zum Vorschein. Daniel Schubert hatte aber auch schon einmal Glück und fand eine kleine Goldmünze. Die Metallsuche ist nicht ganz ungefährlich. Hin und wieder entdecken die beiden auch Munition und Handgranaten. In diesem Jahr spürte Heß auch einen gut erhaltenen Ein-Drittel-Silbertaler aus dem Jahr 1670 auf. Der große Fund blieb aber bisher aus. Die beiden machen trotzdem weiter, weil es so viel Spaß macht und sie gerne an der frischen Luft sind. Auf den großen Fund hoffen sie weiter.