An dieser Stelle gebührt der Stadt Kitzingen ein dreifach donnerndes Hurra. Für ein neues Einzelhandelskonzept. Das sich nahtlos in die lange Reihe von Konzepten, Gutachten und Analysen einreiht, mit der die Stadt seit vielen Jahren dankenswerterweise den schmalen Geldbeutel von großen konzeptionellen Denkern etwas auffüllt.

Geradezu verblüffend sind die Aussagen des Einzelhandelsgutachtens. Zu viele leere Läden. Uuups. Hatten wir noch gar nicht gemerkt. Es fehlen Magnetbetriebe in der Innenstadt. Warum hat uns das noch nie einer gesagt? Es fehlen Sortimente. Haushaltswaren oder ein Bio-Supermarkt. Allein an dieser Stelle wären stehende Ovationen für die schonungslose Analyse des Konzeptionisten ein Muss.

Der Mann geht aber noch viel weiter. Will mit einer gerichtlich anerkannten – hoppala – Sortimentsliste das Stadtzentrum, gegen die böse Draußen-vor-der-Altstadt-Konkurrenz verteidigen. Irgendwie haben wir das mit den Sortimentslisten schon mal gehört. Eher oft. Im Stadtrat. Und das war irgendwie immer Schrott. In der Wirkung. Und weil sich alle, wie üblich, nicht einig waren. Aber das war bestimmt nicht diese Super-Extra-Juristenfeste-Sortimentsliste – die jetzt auch am Donnerstag (28. April, 18 Uhr) beim Konzeptvorstellen im Stadtrat erneut präsentiert wird.

Übrigens: Der gutachterliche Innenstadt-Vordenker hat bei seiner Präsentation vor wenigen Tagen in der VR Bank noch etwas nie Gehörtes verkündet: Der Marktplatz soll Kitzingens „gute Stube“ sein. Wozu es allerdings einen Gestaltungsleitfaden geben müsse.

Und vermutlich ein neues Marktplatzkonzept, das dann von verschiedenen Arbeitskreisen diskutiert, in einer Lenkungsgruppe umgeleitet, von einem externen Marktplatzexperten für einen kleinen Obolus völlig umgeworfen und dann so lange vom Stadtrat diskutiert wird, bis der Kunde selbst die Wiederbelebung der Innenstadt per Geldbeutel-zu-Registrierkasse-Beatmung in die Hand nehmen muss.