Die Promi-Dichte im Kitzinger Land nimmt zu. Vergangene Woche ging es hier um den neuen Würzburger Landrat, der beim schwungvollen Wandern im Kitzinger Land gesehen wurde. Aber das war gar nichts - verglichen mit dem, was anschließend passierte: Ein leibhaftiger Ministerpräsident radelte inkognito bei uns herum. Markus Söder war kaum zu erkennen, weil Radfahrer in ihren Monturen ja immer gleich aussehen. Überliefert aber ist, dass er in Münsterschwarzach im Kloster war und in Albertshofen zu Mittag gegessen hat. Das muss man als Wirt auch erst einmal verkraften: Tür geht auf, König Markus von Bayern und Bald-Bundeskanzler kommt rein und verlangt –Meefischli.

Auf seiner Facebook-Seite postete Söder später: "Am Samstagnachmittag mache ich gerne eine Radtour. Letzte Woche an der Mainschleife in Unterfranken." Zu sehen ist er mit Digitalministerin und Flugtaxi-Pilotin Dorothee Bär sowie Staatskanzleichef Florian Herrmann – und zwar in den Weinbergen und auf der Nordheimer Fähre. Vorbildlich mit Sicherheitsabstand. Auch wenn Söder auf der Fähre einen Moment den Grundsatz missachtete, dass die besten Kapitäne eigentlich an Land stehen, soll er dann aber doch – so hört man – auf der Überfahrt das Ruder übernommen und klar Schiff gemacht haben.

Von wegen inkognito

Nordheims Bürgermeisterin Sibylle Säger schrieb unter den Facebook-Eintrag: "Schön, dass Sie bei uns auf der Weininsel Fahrrad gefahren sind. Hab Sie gesehen." So ganz inkognito war's dann also doch nicht. Der künftige Kanzler braucht sich nicht einzubilden, dass er unbemerkt durch das Kitzinger Land radeln kann – da kennt er unsere Nordheimer aber schlecht!

Tags darauf war Markus Söder übrigens wieder in der Hauptstadt, um im "Bericht aus Berlin" ein Sommer-Interview zu geben und nach dem Rechten zu schauen – als künftiger Kanzler mit Meefischli-Hintergrund.

Bleiben wir an der Mainschleife. Dort ist gerade Ärger angesagt.  Das hängt mit dem Andrang in Urlaub-daheim-Zeiten zusammen. Und damit, dass es eine zunehmende Zahl an Besuchern gibt, die mit einem Hoppla-jetzt-komme-Ich laut und rücksichtslos in die Beschaulichkeit platzen und diese damit zerstören. Falls das nicht in den Griff zu bekommen ist, wissen wir ja jetzt, wen wir zum Radfahren einladen müssen: Super-Markus wird's schon richten.