Schon mal zur Vorwarnung: Wir laufen hier gleich gegen eine Mauer. Zuvor aber ein paar ausgesprochen gute Nachrichten: Das Leben bahnt sich wieder seinen - wenn auch noch vorsichtigen - Weg. An diesem Pfingstsamstag lichtet die MS Undine in Volkach endlich den Anker. Das Geiselwinder Freizeitland darf öffnen. Langsam zieht auch wieder Kultur ein: Ein Auto-Kino im Mainfrankenpark und die Autoarena-Festival-Tour in Geiselwind. Ganz schön abgefahren.

Es gibt zudem erste Hinweise, dass sich der Kitzinger Stadtschoppen so langsam aus dem virtuellen Bereich verabschiedet und es ihn bald schon wieder zum Anfassen in der Wirklichkeit gibt. Wobei das mit dem Anfassen natürlich weiterhin ein Problem bleibt. 

Überhaupt hat die Krise doch einige erstaunliche Dinge verursacht. Alle waschen sich jetzt die Hände. Wobei man erst einmal damit klar kommen muss, dass es scheinbar vorher nicht so war. Wir lernen dazu. Weshalb berechtigte Hoffnung besteht, dass künftig im Straßenverkehr auch wieder geblinkt wird. Oder bei Rot wieder an den Ampeln gehalten wird. Vielleicht hält ja die Wertschätzung für die Helden des Alltags tatsächlich an. Wobei das fast ein wenig so wäre, als würde man plötzlich durch Wände gehen können. Zumal es immer noch so ist, dass der Mensch mehr Mauern als Brücken baut. 

Damit sind wir auch halbwegs elegant bei der angekündigten Mauer gelandet. Neuerdings kann man auch in Rödelsee gar kräftig gegen Mauern laufen.  Eine Lärmschutzwand am Rande des Baugebiets Schlossgrund zu einem Weingut hin könnte das neue Wahrzeichen der Gemeinde werden. Also kein Tor sondern eine Mauer zum Schwanberg. Schön ist anders, weshalb auch sofort von einer Klagemauer die Rede war. Manch einer zieht sogar noch einen pompöseren Vergleich und zieht gleich die chinesische Mauer als Vergleich heran.

Wobei auch zu hören war, dass man in Rödelsee neuerdings zwischen Mauer und Wand genau zu unterscheiden gedenkt. Vielleicht ja, weil man nun einmal besser gegen die Wand fahren und auch entsprechend gut die Wand hochgehen kann. Immerhin soll es eine begrünte Anlage werden, sogar "einige Farbtupfer" sind angekündigt. Es könnte also doch noch alles gut werden. Und wer weiß: Vielleicht werden die mauernden Wände eines Tages noch gebraucht - etwa als Einstiegshilfe für die Gondeln, um per Seilbahn zum Schwanberg zu gelangen. Wir nehmen jedenfalls stark an, dass die Pläne für das schwebende Projekt weiterhin stehen - vielleicht ja sogar wie eine Mauer.