Wer mal so richtig schlechte Laune bekommen will, muss nur mal einen Abstecher zum Kitzinger Bahnhof machen. Dort kann man live zuschauen, wie alles zerfällt. Inzwischen stehen sogar Fenster offen, manche sind zerschlagen. Genau genommen taugt der Bahnhof irgendwann nur noch als Dornröschen-Kulisse. Christo, der so schön alles verhüllt hat, ist inzwischen gestorben und kann uns bei dem Bahnhof-Problem nicht mehr helfen. Von David Copperfield, der alles so schön weggezaubert hat, war bis auf einen Kinofilm auch schon lange nichts mehr zu hören.

Neben der schlechten Laune gab es diese Woche noch etwas am Kitzinger Bahnhof: einen auf den Deckel. Der Weg zu dem schicken neuen Parkplatz führt unter Kastanien entlang. Die warfen diese Woche verstärkt ihre Früchte ab. Wobei werfen wörtlich genommen werden kann – es schlug schon mal gerne auf den Autodächern ein. Aber es ist ja gut, dass überhaupt Kastanien da sind. So kann man die Dinger einfach mal ins Feuer legen und schauen, wer sie in Sachen Bahnhof dort wieder rausholt.

Panikkauf mit 3,6 Promille

Wobei wir ja gerade wieder ganz andere Probleme bekommen: Die zweite Corona-Welle ist da. Das stand spätestens seit Mittwoch fest, als erstmals wieder diese Meldung auftauchte: In den ersten Läden wird das Klopapier knapp . Ebenso gehen die Hefe-Vorräte zur Neige. Corona ändert weiterhin alles: Der Kitzinger Stadtschoppen musste mit der Hälfte der Besucher auskommen. Als die IG Metall diese Woche auf dem Kitzinger Marktplatz demonstrierte und auf die Lage der 4500 Beschäftigten im Landkreis hinwies, gab es nicht einmal die sonst obligatorischen Trillerpfeifen – weil das mit Mundschutz nun einmal nicht geht.

Nicht mehr gehen – und das ist jetzt ein etwas gewagter Übergang – konnte diese Woche auch eine 35-jährige Frau nach zu viel Alkoholgenuss. Deshalb setzte sie sich ins Auto, baute in der Schönbornstraße in Wiesentheid einen Unfall und flüchtete. Brachte aber nichts, die Polizei schnappte die Frau und nach einem Alkoholtest stand fest: Hier waren 3,6 Promille im Spiel . An einem Mittwochnachmittag kurz vor drei. Dass die Frau überhaupt unterwegs war, lässt sich im Grunde nur so erklären: Es muss sich um einen Klopapier-Panikkauf gehandelt haben.