Nicht im kleinen Kreis der Ratskollegen, sondern bei der Bürgerversammlung wurden am Mittwochabend in Mainstockheim die ausgeschiedenen Gemeinderäte verabschiedet.

Zwei von ihnen sowie zwei noch amtierenden Ratsmitgliedern verlieh Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs die Ehrenmedaille der Gemeinde. Diese Medaille zeigt auf einer Seite das älteste bekannte Siegel der Gemeinde aus dem Jahr 1546, auf der anderen Seite ist der Name des Geehrten eingraviert.

Mit dem Ehrenbrief verabschiedet und der Medaille ausgezeichnet wurden der bisherige zweite Bürgermeister Heiner Streit und das Ratsmitglied Hugo Reiter. „Nichts habe ich so gefürchtet, wie diesen Tag an dem ich dich als zweiten Bürgermeister verabschieden muss“, sagte Fuchs. Streit gehörte dem Rat 24 Jahre, davon 18 als sein Stellvertreter, an.

Der Gemeinde habe nichts Besseres passieren könne, „als dich als zweiten Bürgermeister zu bekommen“, so Fuchs. Es gebe kein Bauvorhaben der Gemeinde, das nicht Streits Handschrift trage. Fuchs nannte unter anderem das Rathaus, das ehemalige Lehrerhaus und die Turnhalle. „Du hast dich weit über das normale Maß hinaus für die Gemeinde engagiert.“

Über Reiter sagte Fuchs, dieser habe neben dem Wiederaufbau des Turnvereins den Sport als Schwerpunkt seiner Arbeit gesehen. Fuchs nannte die Freisportflächen und den Bau der Turnhalle. Daneben habe er der Kultur im Ort eine starke Stimme verliehen. Reiter gehörte dem Rat 30 Jahre lang an.

Ebenfalls auf 30 Jahre zurück und eine weitere Amtszeit voraus blicken Heiner Tebbe und Horst Schiffler, die ebenfalls die Bürgermedaille erhielten. Schiffler habe die Gemeinde in finanziellen Dingen und als Rechnungsprüfer begleitet. Der Wohnmobilstellplatz, die Weinwanderwege aber auch die Projekte im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ trügen seine Handschrift, sagte Fuchs. Heiner Tebbe habe als Arzt nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung im Auge, sondern auch die seiner Ratskollegen, sagte der Bürgermeister. Mal genehmige er ein Bier, einen Schoppen oder eine Brotzeit nach der Sitzung, manchmal hebe er den Zeigefinger. Als Ortschronist halte Tebbe mit der Kamera fest, was man oft erst später zu schätzen wisse.

Mit dem Ehrenbrief wurde, nach 18 Jahren im Rat, Barbara Petter verabschiedet. Die Natur sei ihr bevorzugtes Arbeitsgebiet gewesen, sagte Fuchs. Nicht nur der Blumenschmuck und die herbstlich gestalteten Fensterkästen, sondern viele Stellen im Dorf hätten ihre Handschrift getragen. Auch sei sie Bindeglied zur Kirchengemeinde gewesen.

Ebenfalls den Ehrenbrief bekam, nach zwölf Jahren im Gremium, Robert Orth. Fuchs nannte Orth einen kompetenten Fürsprecher der Winzer und Landwirte im Ort. Orth sei nicht immer bequem, aber ehrlich und demokratisch gewesen.

Von 1990 bis 1996 und erneut von 2008 bis 2014 gehörte Ingolf Klein dem Rat an. Seine Schwerpunkte seien Schule, Sport, kirchliche Belange, vor allem aber die Wasserversorgung und der Abwasserbereich gewesen, erinnerte Fuchs.

Von 1984 bis 1996 und von 2008 bis 2014 war Hans-Dieter Jünger Gemeinderat. Er war so etwas wie das soziale Gewissen des Gremiums, sagte Fuchs. Dank seiner Aufmerksamkeit, wenn er im Dorf unterwegs war, sei Jünger auch eine Art Ordnungsdienst gewesen, dem oft Missstände aufgefallen seien. Große Verdienste habe sich Jünger zusammen mit seiner Ehefrau Doris um die Partnerschaft mit Oehna erworben. „Ihr seid so etwas wie die Nabelschnur unserer Partnerschaft“, sagte Fuchs, der allen Geehrten dankte.