Der Taufstein in der Maria Magdalenen-Kirche in Buchbrunn stand im Mittelpunkt eines Vortrages, in dem Pfarrer i. R. Wilhelm Erhard und Pfarrerin Doris Bromberger über den Stein und die Bedeutung der Taufe sprachen.

Rund 20 Gäste erfuhren, dass der Taufstein aus dem Jahr 1522 datiert und in seiner künstlerischen Gestaltung außergewöhnlich ist. Inschriften zufolge wurde er vom ersten Ortspfarrer in Buchbrunn namens Nikolaus Jäger wahrscheinlich über eine Gemeindespende gestiftet.

Als Gründungsdatum der Pfarrei nennt eine Urkunde das Jahr 1506. Schriftstücken ist zu entnehmen, dass es sich in Buchbrunn von jeher um eine aktive Gemeinde handelte, denn bereits 1470, und damit lange vor der Reformation, ist eine Vikarstelle genannt. 1506 erfolgte die Abtrennung von der Pfarrei Mainstockheim. Ein dentochronologisches Gutachten ergab, dass das Holz des Kirchturms 1507/8 in Oberfranken geschlagen wurde und 1519 zur Errichtung der Kirchturmspitze verwendet wurde. 1520 folgte die erste Glocke. Der Taufstein wurde zwei Jahre benutzt als auch ein vergoldeter Abendmahlskelch angeschafft wurde.

Reformation wirkte sich auch direkt auf Buchbrunn aus

Überliefert ist, dass der lutherische Ansbacher Markgraf einen Pfarrverweser einsetzte, der ab 1528 evangelische Predigten halten sollte. Die Reformation in Kitzingen wirkte sich somit auf Buchbrunn aus.

Der Stein selbst zeigt eine eigenartige, unvergleichliche und künstlerisch ausgeklügelte Konstruktion auf, an der Steinmetzzeichen zufolge wohl drei Steinmetze beteiligt waren. Der Fuß beginnt mit einem Rechteck, dem nach oben Sechsecke folgen, die mit einem auf Säulen ruhenden achteckigen Rahmen enden, der eine einem Korb ähnliche Struktur hat. In der Senke ruht eine versilberte Kupferschale für das Taufwasser. Das Taufgeschirr wurde erst 1884 erworben.

Pfarrer Erhard stellte eine Reihe anderer Taufsteine vor, die weitaus schlichter gestaltet sind. In einem weiteren Vortrag beschäftigte sich Pfarrerin Bromberger mit der Bedeutung der Taufe für die Christenheit und die Entwicklung seit Johannes der Täufer als Zeichen der Buße und der Reinigung Taufen im Jordan vornahm.

Jesus gab seinen Jüngern den Taufbefehl für ein neues Leben. Anfangs wurden nur Erwachsene durch Untertauchen getauft. Erst später kam die Kindertaufe, für Eltern und Paten mit der Verpflichtung zur Erziehung im christlichen Glauben. Erst in der späteren Kommunion oder Konfirmation sagte ein getaufter Mensch Ja zur eigenen und lebenslänglich wirkenden Taufe, die im Mittelalter als Heilmittel gegen die Erbsünde angesehen wurde.