Johann Adam Brandenstein? Nie gehört? Brandenstein war ein Orgelbauer in Kitzingen und sein 1695 geborener Sohn Konrad wirkte als einer der bedeutendsten Orgelbaumeister Altbayerns in Regenburg. Dessen bekanntesten Barockwerke stehen beispielsweise in den Kirchen von Deggendorf, Weltenburg, Amberg, Waldsassen oder Regensburg.

Reinhard Hüßner, Leiter des Kirchenburgmuseums in Mönchsondheim, hat sich des Themas angenommen und ging auf Spurensuche. Diese beginnt in Kitzingen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Dort wirkt der Orgelbauer Andreas Reusch. Er starb 1686 und hinterließ einen verarmten, minderjährigen Sohn. In den nächsten Jahren erhielt „Orgellmachers armes, verlassenes Kind“ immer wieder eine Unterstützung aus der Armenkasse. So konnte das „arme Wesen“ 1689 ein „Röcklein und Mützlein“ in Empfang nehmen. Die Orgelwerkstatt wurde nach dem Tod von Andreas Reuschel weiterbetrieben, vermutlich von seinem Gesellen Johann Philipp Schleich.

Die Kitzinger waren jedoch mit dieser Übergangslösung nicht einverstanden und fanden einen neuen Orgelbaumeister in Johann Adam Brandenstein. Spätestens 1690 ist der Sohn eines Himmelstadter Schulmeisters in Kitzingen nachweisbar. Allerdings betrieb er dort nur seine Werkstatt, wohnhaft war er in Mainstockheim. 1692 heiratete Adam Brandenstein in Kitzingen. Der Orgelbauer starb 1726 und wurde in Kitzingen begraben.

Sein erstes bisher bekanntes Orgelwerk schuf er 1690 für die Mönchsondheimer Dorfkirche. Die Baurechnung erwähnt die Kosten für die Orgel in Höhe von 60 Gulden. Weitere Orgeln baute er für Kirchen in Repperndorf, Dimbach, Marktsteft, Marktbreit, Obereisenheim und Stadtschwarzach. Größere Reparaturen und Umbauten von Orgeln zählten ebenfalls zu seinem Aufgabenbereich. So führte er im Jahre 1719 eine umfangreiche Reparatur der Orgel in der Iphöfer St. Veit-Kirche aus. 

Von diesen „Brandenstein-Orgeln“ weist die 2005 unter großem Aufwand renovierte in Obereisenheim noch die meisten originalen Bestandteile auf. Oft wurden Orgeln komplett erneuert und manche behielten nur einen Teil des ursprünglichen Gehäuses auf der Schauseite.

Die Orgelbaufirma Jann aus Regensburg hat, so der abschließende Hinweis von Reinhard Hüßner, vor wenigen Wochen die 1690 von Brandenstein gebaute Orgel in Mönchsondheim nach erhaltenen Originalteilen untersucht. Wie zu erwarten war, hinterließen viele Reparaturen und Ergänzungen ihre Spuren. Erhalten haben sich auch hier nur Teile der Verzierungen auf der Schauseite. Trotzdem zeichnet die Orgel, nach Auskunft der Sachverständigen, eine gute Spielbarkeit und sehr gute Klangfarbe aus.

Orgelkonzert: Wer sich davon überzeugen will, ist am Samstag, 14. August, um 16 Uhr zu einer konzertanten Orgelführung eingeladen. Aufgrund der eingeschränkten Besucherzahl ist eine Voranmeldung bis 13. August erforderlich, Tel.: (09326) 1224 oder per E-Mail an: info@kitchenburgmuseum.de