Stadelschwarzach

Die Blaskapelle Stadelschwarzach mit Problemen: Es gibt kaum noch Musikerinnen und Musiker

Es gab sprichwörtlich schon bessere Zeiten für die Blaskapelle Stadelschwarzach. Nicht nur, dass der Nachwuchs fehlt, kehrten auch etablierte Stammkräfte dem Musikverein den Rücken, so dass aktuell ein spielfähiges Orchester nur sehr schwer realisierbar ist.
Die Stimmung ist gut, auch wenn die Situation aktuell nicht einfach ist bei der Blaskapelle Stadelschwarzach. Die neue Vorstandschaft blickt trotzdem verhalten optimistisch in die Zukunft (von links):  Alexander Ebert, René Schlehr, Sandra Diroll-Radina und Michaela Berthel. Foto: Dominik Berthel

Es gab sprichwörtlich schon bessere Zeiten für die Blaskapelle Stadelschwarzach. Nicht nur, dass der Nachwuchs fehlt, kehrten auch etablierte Stammkräfte dem Musikverein den Rücken, so dass aktuell ein spielfähiges Orchester nur sehr schwer realisierbar ist.

Waren die vergangenen beiden Jahre coronabedingt sicherlich keine einfache Zeit für die Musikerinnen und Musiker, könnten man denken jetzt, wo die Corona-Beschränkungen quasi alle gefallen sind, wird alles wieder besser und einfacher, doch leider nicht bei der örtlichen Blaskapelle der gut 500-Seelen Ortschaft – es fehlt schlichtweg an musikspielendem Personal.

"Wir müssen unsere Auftritte und Aktivitäten noch weiter zurückschrauben, größere musikalische Auftritte sind im Moment einfach nicht möglich", so der doch etwas pessimistische Blick in die Zukunft, der alten und neuen ersten Vorsitzenden der Blaskapelle Stadelschwarzach, Sandra Diroll-Radina, bei der Jahreshauptversammlung. Es gibt nicht den einen Grund, es ist auch nicht Corona ein Hauptgrund für den Rückgang an aktiven Musikerinnen und Musikern, es sind die vielen, individuellen, persönlichen Argumente, Familien-Auszeiten, die den Stadelschwarzacher Klangkörper haben schrumpfen lassen.

Fast der komplette Nachwuchs hat das Handtuch geworfen

Auch gab es bis vor zwei Jahren noch über zehn Nachwuchsmusikerinnen und -musiker, die zum Teil in einer eigenen Nachwuchskapelle zusammenspielten. Nun hat auch hier mehr oder weniger der komplette Nachwuchs das Handtuch geworfen. Sei es der Fokus auf die Schullaufbahn, das Interesse für andere Hobbies oder die Schichtarbeit in der Ausbildung, wo die Blaskapelle immer mehr das Nachsehen hat. Aktuell gibt es so einen Stamm von nur rund zehn Musikerinnen und Musikern, die versuchen, sich regelmäßig zu den wöchentlichen Proben zu treffen.

Dennoch lässt sich Sandra Diroll-Radina, gestärkt von ihrer Vorstandschaft nicht entmutigen, es wird eine Zukunft der Blaskapelle geben, wenn auch vorerst im kleineren Stil. Wichtig ist ihr sowie den Aktiven die Aufrechterhaltung der örtlichen, musikalischen Tradition. Angefangen von den kirchlichen Auftritten, den Flurgängen und Wallfahrten bis hin zur Kirchweih und den traditionellen Geburtstag- und Jubiläumsständchen im Ort wird man alles versuchen, hier die Blaskapelle wie gewohnt erklingen zu lassen.

Hoffnung auf ehemalige Musiker, die nun vielleicht wieder Lust haben

Ein bisschen Zukunftshoffnung setzt man außerdem in die "Reaktivierung" ehemaliger Musikerinnen und Musiker, die es nach wie vor zahlreich gibt in Stadelschwarzach und den Nachbarorten – und das noch im besten Musikspiel-Alter. Seit der Gründung der Kapelle 1975 gab es ja unzählige Aktive, war doch die Kapelle über Jahrzehnte immer ein Orchester mit weit mehr als 30 Musikanten. Viele Stadelschwarzacherinnen und Stadelschwarzacher haben im Laufe der Jahre ihr Instrument beiseitegelegt, um sich anderen Dingen zu widmen, sind aber nun vielleicht wieder bereit und haben genügend Motivation, Musik zusammen in einer Kapelle zu spielen. Die Vorstandschaft wird hier gezielt auf die vielen Ehemaligen zugehen.

Bei den Neuwahlen der Blaskapellen-Vorstandschaft kam es zu folgendem Ergebnis: erste Vorsitzende Sandra Diroll-Radina, Stellvertreter René Schlehr, Kassier Alexander Ebert, Schriftführerin Michaela Berthel, Beisitzer: Thomas Ebert, Martin Fackelmann, Georg Klose, Dominik Berthel, Kassenprüfer Lukas Harth und Herbert Radina.