20 Jahre lang hatte es in den Ordnern im Bürgermeisterzimmer gelegen, jetzt erwachte es aus dem Dornröschenschlaf: Ein Grünpflegekonzept für die gemeindeeigenen Flächen. Was die Kitzinger Firma arc.grün im Jahr 2001 für die Obernbreiter Flur entwickelte, diente nun den Umweltreferenten Martina Sagstetter und Sebastian Grün als Grundlage für ein Konzept, das sie den Gemeinderäten am Mittwochabend vorstellten.

„Wir waren damals schon fortschrittlich“, so der Kommentar von Bürgermeisterin Susanne Knof zum Rathausfund. Wobei sie die Antwort auf die Frage, was fortschrittlich daran sei, ein Konzept 20 Jahre in der Schublade zu verstecken, schuldig blieb. Gerne darauf zurück griffen jedenfalls die beiden Umweltreferenten bei ihrem Bemühen, die Artenvielfalt in der Obernbreiter Flur zu verbessern. Mit im Boot dabei ist der Bauhof, der auf gemeindeeigenen Flächen diese Verbesserung umsetzen soll. Hecken, Wiesen, Obstbäume, Bachufer und die Ufersäume – die „Pflege“ dieser Bereiche ist eine der Hauptaufgaben der Gemeindearbeiter, die nun neu organisiert werden sollen. Wobei nicht nur die Häufigkeit oder der Zeitpunkt der Maßnahmen eine Rolle spielen wird, sondern auch das Wie.

Der "Vergreisung" vorbeugen

Beispiel Hecken: Die sollten eigentlich regelmäßig „auf Stock gesetzt“, also komplett bis zum Boden gerodet werden. Nicht die gesamte Hecke auf einmal, sondern immer nur ein Teil, das aber regelmäßig. In der Sitzung war von fünf Jahren die Rede, um einer „Vergreisung“ des Gehölzes vorzubeugen. Das ist erst einmal, so haben die Test-Rückschnitte im Winter gezeigt, ein großer Aufwand. „Da haben wir zu kämpfen gehabt“, sagte Grün über die Arbeiten im Bauhof, der dabei künftig Unterstützung vom Landschaftspflegeverband bekommt.

Langfristig, so ist sich die Bürgermeisterin sicher, macht das die Arbeit leichter, da klar ist, was wann wo gemacht wird und nicht täglich neu entschieden muss. Das gilt auch für die anderen Neuerungen, etwa bei den Uferbereichen der Bäche und der Mahd von gemeindeeigenen Wiesen, die auch deutlich später im Jahr erfolgen soll. Dabei wird aber auch weiter auf die Verkehrssicherheit entlang von Wegen geachtet und an einigen Stellen mit Schildern auf die Gründe für die Maßnahmen hingewiesen. Eines machte Knof aber auch deutlich: „Wir werden nicht auf dem Friedhof oder dem Spielplatz eine Blühwiese machen."

Regelmäßig will die Bürgermeisterin über den Sachstand der Planung der Sanierung des Kindergartens berichten. Am Mittwoch war es eine neue Idee über die Zuwegung. Nicht mehr entlang des Baches, was einen großen Umbau des schmalen Uferwegs und höhere Kosten bedeutet, sondern gleich nach der Bachbrücke aufs Kindergartengelände. Widerspruch gab es von einigen Räten, etwa Matthias Tremmel, dessen Kinder diese Situation zum „abhauen“ nutzen würden. 

Umstellung auf LED

Erst einmal versuchsweise bei einigen Straßenlampen im Altort wird eine Umstellung auf LED erfolgen. Sollten die Räte damit einverstanden sein, dann könnten alle 256 Lampen getauscht werden. Dabei würde so viel Strom gespart, dass sich die Maßnahme, die teilweise bezuschusst wird, in knapp sieben Jahren amortisiert hätte.

Nach Gesprächen mit den verantwortliche Planungsbüros ist nun auch die Bürgermeisterin vom Sinn der Verlegung von Leerrohren für Glasfaserleitungen in der zu sanierenden Gartenstraße überzeugt. Die Kosten, die nach einer ersten Schätzung bei 37 000 Euro liegen könnten an einen späteren Netzbetreiber weitergereicht werden.