Ganz schön wüst sieht es seit einer Woche in Possenheim aus. Die Straße ist aufgerissen, überall stehen Schilder und spätestens der Lärm der Baumaschinen gibt die Gewissheit: Hier hat die Neugestaltung der Ortsmitte begonnen.
Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch erinnerte Bürgermeister Ludwig Weigand (FW) in Vertretung von Bürgermeister Josef Mend (FW) daran, dass die Straßenoberfläche nach dem Kanalbau 2003 nur provisorisch hergestellt worden war. Nun werden die Verkehrs- und Freiflächen in der Hauptstraße, der Schulstraße, der Poststraße und der Kirchstraße gestalterisch neu angelegt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Weg vom Friedhof zum Baugebiet "Am Lehmen" wieder hergestellt.
"Die Interessen der Anlieger wurden stets aktuell in die Planungen eingearbeitet", berichtete Ortssprecher und Stadtrat Jürgen Adler. Die Gesamtkosten betragen 1 934 238 Euro, für die 311 000 Euro an Zuschüssen beantragt sind. Der städtische Eigenanteil bewegt sich aufgrund günstiger Ausschreibungsergebnisse um die 1,4 Millionen Euro, von denen die Straßenausbaubeiträge noch zu berechnen sind. Die Bescheide sollen 2013 erlassen werden.
Im Zuge der Ausbauarbeiten entsteht am derzeitigen Standort des Feuerwehrhauses ein moderner Dorfpavillon. Die Feuerwehr mit Fahrzeug und Gerätschaften zieht in eine Scheune der Familie Kistner um, die von der Stadt erworben und derzeit umgebaut wird. Die vorhandene Wetterfahne auf dem Schlauchturm des Feuerwehrhauses soll wieder verwendet werden. Im Südteil des Gebäudes entstehen Fahrzeughalle, Nebenräume und Toiletten für die Feuerwehr. Der Rest des Hauses wird Lagerraum. Die Fertigstellung des neuen Feuerwehrdomizils ist für April 2012 vorgesehen. Die Gesamtkosten von 500 520 Euro werden mit 46 500 Euro für den Fahrzeugstellplatz bezuschusst.

Nach Ostern geht es los


In Possenheim steht zudem eine weitere umfangreiche Sanierung unmittelbar bevor - allerdings unter der Leitung der evangelischen Kirchengemeinde. "Nach Ostern beginnt die Sanierung der Kirche innen und außen", kündigte Weigand an. Pfarrer Martin Ost bezifferte die Kosten auf Nachfrage mit 690 000 Euro, die seitens der Stadt mit zehn Prozent der nachgewiesenen Kosten bezuschusst wird. Den hohen Kostenaufwand bezeichneten Weigand und Ost unter Hinweis auf die denkmalpflegerische Bedeutung des Gotteshauses als durchaus gerechtfertigt.
Die wesentlichen Arbeiten betreffen den Zugang und die Absenkung des Umfeldes im Außenbereich geplant. Der Kircheninnenraum soll lediglich neu gestrichen werden. "Wir wollen spätestens Anfang November fertig sein", unterstrich Ost. Als Baubeginn nannte er den ersten Montag nach den Osterfeiertagen.
Eine Änderung erfährt auch der örtliche Friedhof. Der Vorplatz der Leichenhalle wird etwas umgestaltet, einige Bäume wurden dazu bereits entfernt. Der Fußweg wird neu gepflastert und der Vorplatz vergrößert. In der Nordostecke des Friedhofes soll das derzeit noch am Dorfplatz aufgestellte Kriegerdenkmal einen neuen würdigen Standort erhalten. Die Gesamtkosten bewegen sich um 25 000 Euro. Die Kosten für das Versetzen des Kriegerdenkmals stehen noch nicht fest.

Weitere Themen der Bürgerversammlung finden Sie in der Freitagsausgabe der KITZINGER.