Sie kommt aus Baden, dem Sulzburger Ortsteil Laufen, gelegen im sonnenverwöhnten südwestlichsten Zipfel Deutschlands: Josefine Schlumberger weiß von zu Hause, was eine Weinregion auszeichnet – und Vieles findet sie wieder bei ihrem Besuch in Franken.

„Die Landschaft ist schön, das Wetter gut. Und in Weinregionen leben Menschen, die Genuss und Kultur zu schätzen wissen“, erzählt die Deutsche Weinkönigin beim Besuch im Iphöfer Weingut Ernst Popp. An Franken mag sie besonders die Abwechslung zwischen Feldern und Obstwiesen, Weinbergen und Wäldern. „Es hat auch was, wenn es wie in anderen Regionen ringsherum nur Weinberge gibt. Aber wir bauen zu Hause neben Wein auch Obst an, deshalb es mir sehr vertraut, wie es hier in Franken ist.“

Fünf vor dreiviertel sieben

Auch sprachlich hat die 22-Jährige bei ihrer Stippvisite in Michelbach, Sand, Iphofen und Würzburg keinerlei Probleme: Was fünf vor dreiviertel sieben bedeutet, kennt sie ebenso wie den Begriff „a weng“. Beides sei auch in Baden bekannt, ja teilweise sogar gebräuchlich.

Schlumberger sagt, sie würde Franken und Schwaben immer heraushören – selbst wenn diese überzeugt seien, perfektes Hochdeutsch zu sprechen. Und so kommt es zum einzigen, winzigen Widerspruch zwischen Fränkischer und Deutscher Weinkönigin: Als Christina Schneider aus Nordheim vermutet, man würde ihr ihre Herkunft von der Mainschleife nicht anhören, entgegnet Schlumberger lachend: „Doch, auch du rollst das R gelegentlich.“

Tuscheln und Lachen

Ansonsten spürt man, dass die beiden trotz weiter Fahrten einen guten Tag hatten: Immer wieder stecken sie die Köpfe zusammen, tuscheln und lachen. Begonnen hatte ihre Tour am Morgen im Alzenauer Ortsteil Michelbach, beim Weingut Armin Heilmann. Dann folgte das Weingut A. & E. Rippstein in Sand, ehe der Abstecher nach Iphofen dran war. „Es ist Tradition, dass die Deutsche Weinkönigin die vier Betriebe besucht, die mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet wurden“, erläutert Christina Schneider zur Programmgestaltung. Nummer vier, das Bürgerspital in Würzburg, war am Freitagmorgen dran.

Von Iphofen nahm Christina Schneider ihren Gast mit nach Hause, nach Nordheim. Dort waren die beiden nebenbei auch noch Überraschungsgäste beim 50. Geburtstag von Bürgermeister Guido Braun, der per Bierfest feierte. Und abends zog es Christina und Josefine schließlich zur Weinparade nach Würzburg.

Toller Künstlername

An eine nette Anekdote aus ihrer Zeit als Deutsche Weinkönigin erinnert sich Josefine Schlumberger ziemlich vergnügt. „Meinen Namen finden ja viele eher ungewöhnlich. Aber das Beste war, als mal jemand gesagt hat: Sie haben sich aber einen tollen Künstlernamen zugelegt.“

In Iphofen führte Johannes Popp dem Besuch erst drei völlig verschiedene Silvaner vor, „der Silvaner hat viele Gesichter.“ Zur Fischplatte folgte eine Scheurebe – die Rebsorte hat heuer 100. Geburtstag. „Man merkt, dass sie durch das Jubiläum in den Vordergrund gerückt ist. So viel Scheurebe habe ich noch nie getrunken“, so Schlumberger. Und nach einem leckeren Pflaumenkuchen versprach sie Chefin Maria Popp, wiederzukommen. „Dann schaue ich mir auch den Ort in Ruhe an.“