Früher war es die B 22. Heute ist es die Staatsstraße 2450. Unabhängig von der Namensgebung war damals wie heute klar: Die Straße entlang der Stadt Dettelbach ist so etwas wie die Lebensader. Um auf diese Lebensader zu gelangen oder umgekehrt von ihr abzubiegen ist indes wegen der Verkehrsbelastung nicht immer ganz so einfach. Zudem ist der Dettelbacher Abschnitt ziemlich zerstückelt: Mal darf man 50, mal 70 und mal 100 fahren.

Jetzt kommt auf die Straße eine weitere Bedeutung – man könnte auch sagen: Belastung – zu: Der nahe gelegenen Kiesabbau der Firma Heidelberger Sand und Kies GmbH soll erweitert werden und noch mindestens zwei Jahrzehnte andauern. Um den zusätzlichen Verkehr besser zu bewerkstelligen und um eine gefahrenlose Einmündung zu haben, baut die Firma – von Schwarzach kommend – eine Linksabbiegerspur in die Straße „An der Staustufe“. 

Das alles geschieht bis hierher auf Kosten der Abbaufirma, die Stadt Dettelbach ist dennoch mit im Spiel: Sie will dafür sorgen, dass die Fußgänger und Radfahrer gut auf die andere Seite kommen. Eine mögliche Unterführung, das ergab eine Untersuchung, sei dafür nicht zweckmäßig. Das Straßenbauamt jedenfalls winkte schnell ab: Zu wenig Fußgänger, keine einfache Lage, zudem hohe Kosten von rund 1,3 Millionen Euro.

Baubeginn im Frühjahr

Deshalb entschied sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung für eine andere Variante: eine Querungshilfe. Das bedeutet: Der bestehende Geh- und Radweg auf der Nordseite wird auf das Niveau der Staatsstraße 2450 angehoben und über eine Mittelinsel auf die Südseite geführt. Damit würde die dort bestehe Treppe hinfällig. Die Stadt lässt sich das 55 000 Euro kosten. Baubeginn der Abbiegespur soll kommendes Frühjahr sein.

Aktuell kann an der Stelle noch 100 gefahren werden. Da hier eines Tages generell die "70" als dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung gelten kann und sich dann auch der Geschwindigkeits-Flickenteppich erübrigt haben könnte, ist eine der Hoffnungen der Stadträte. Eine weitere: Dass auf mittlere Sicht weitere Gefahrenstellen wie die Lidl-Abfahrt entschärft werden können, was beispielsweise Raimund Sauer (CSU) "zur Unfallvermeidung" für wünschenswert hält.

"Ordentliche Breite"

Bei dieser Gelegenheit wurde noch eine weitere Gefahr diskutiert:der Radweg entlang der Staatsstraße, der an der Querung angehoben werden soll. Auch hier sprach Raimund Sauer ebenso wie Alfons Glöggler (Freie Wähler) von einem Unfallschwerpunkt. Immer wieder gebe es schwere Stürze, was nicht zuletzt auch an der Zunahme der E-Bikes und der größeren Geschwindigkeit liege. Eine "ordentliche Breite" des Radweges könnte hier für Abhilfe schaffen.

Die Anregung wird nun mit in die Planung für die Querung aufgenommen. Im Idealfall könnte im kommenden Jahr alles auf einmal erledigt werden. Mit jeweils 17:0 sprach sich der Stadtrat am Ende sowohl für die Querung als auch für die Beauftragung jenes Ingenieurbüros aus, das gerade auch an den Plänen für die Abbiegespur arbeitet. Damit hat man das Projekt in einer Hand. Ob es tatsächlich auch zu der gleichzeitigen Verbreiterung des Radweges kommt, wird entschieden, sobald die Pläne vorliegen.