Der diesjährige Volkstrauertag in Obernbreit stand ganz im Zeichen des Erinnerns, des Gedenkens und der Mahnung für 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges. Coronabedingt konnte die Kirchenparade der Vereine in ihrer bisherigen Form nicht durchgeführt werden. Statt dessen hatten sich einige Vereine mit ihren Fahnenabordnungen in der St. Burkard Kirche eingefunden, um einen Festakt beim Gedenkgottesdienst unter den vorgeschriebenen Hygienebedingungen zu begehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Soldaten- und Bürgerkameradschaft. Pfarrer Sebastian Roth stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt den Bibeltext von Lukas 16, "Der untreue Verwalter". Die Fürbitten trugen abwechselnd Bürgermeisterin Susanne Knof und der Vorsitzende der Soldaten- und Bürgerkameradschaft, Reinhold Weber, vor.

Die Bürgermeisterin brachte in ihrer Ansprache zum Ausdruck, dass, nachdem am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa endete, wir hier bei uns seit 75 Jahren in Frieden leben dürfen. Angesichts dessen könnte sich die Frage stellen: „Brauchen wir den Volkstrauertag eigentlich noch?“ Zugegeben, das klingt provokativ. Aber bei genauer Betrachtung kann die Antwort darauf nur „ja“ lauten. Die Vergangenheit mit ihren geschichtlichen Fakten und dem Verhalten der Menschen in dieser Zeit dürfe man nicht leugnen oder verändern. Sie ist Teil der nationalen und internationalen Geschichte und unveränderbar. "Unsere Großeltern und Eltern haben die schrecklichen Zeiten des Zweiten Weltkrieges erlebt. Doch die Erinnerung schwindet mit den Jahren. Zeitzeugen sterben und die Nachkommen verlieren den Bezug zu vergangenen Ereignissen. Damit genau das nicht passiert, sind Gedenktage wie der Volkstrauertag so wichtig", so die Bürgermeisterin.

Eingangs bedankte sich Susanne Knof bei Pfarrer Sebastian Roth dafür, dass die gute Tradition des Zusammenwirkens von Kirche und politischer Gemeinde fortgeführt wird.  Außerdem galt ihr Dank der Soldaten- und Bürgerkameradschaft, die wieder einen maßgeblichen Teil der Gestaltung und Organisation übernommen hat, sowie allen Vertretern der Vereine, die mit ihrer Anwesenheit und ihren Fahnen der Feier einen würdigen Rahmen verliehen haben.