Der Sulzfelder Gemeinderat will zur Agenda Energie in Klausur gehen. Bürgermeister Matthias Dusel gab deswegen die Interessensbekundung zum Beitritt zu einem kommunalen Netzwerk mehrerer Kommunen und Landkreise ab. "Was wollen wir erreichen? Wo wollen wir hin? Diese Fragen müssen wir uns stellen", erklärte Dusel dem Gremium. Bärbel Faschingbauer hatte die Vorbildgemeinden in Sachen erneuerbare Energien, Großbardorf sowie Fuchsstadt bei Hammelburg, kontaktiert. Deren Erfahrungen möchte Bärbel Faschingsbauer gerne nutzen, um die Formen von Energiegewinnung, Betreibermodelle und die Beteiligung der Bürger zu ergründen.

Dort gebe es vorbildliche Modelle und Grundlagen-Wissen sowie Erfahrungen aus der Praxis auf dem Weg zu gangbaren Modellen für Sulzfeld oder gar dem energieautarken Status von Großbardorf. Friedrich Staib wies auf Projekte wie Bürger-Windräder in Sommerhausen hin, wie Sulzfeld eine Mitgliedsgemeinde der Interkommunalen Allianz Südliches Maindreieck. Solche Projekte würden von der Bevölkerung tragen, günstigen Strombezug ermöglichen und Wege aufzeigen, wie eine Kommune auf dem Feld der Energie vorankommt. Die Ratsrunde befürwortete, sich von Experten in künftigen Ratssitzungen beraten zu lassen und Kommunen wie Großbardorf oder Fuchsstadt zu besuchen, um fachlichen Input zu bekommen.

Unabhängig davon einigte sich das Ratsgremium darauf, ab Oktober die Straßenbeleuchtung in den Nächten von 1 Uhr bis 4.30 Uhr abzuschalten, um Energie zu sparen.

"Der Pausenhof wird kommende Woche fertig", kündigte der Bürgermeister an und meinte: "Das sieht jetzt richtig gut aus." Das Areal vor dem Schulgebäude habe jetzt ein neues und ansprechendes Gesicht bekommen, die Bauarbeiten kosteten 85.000 Euro.

Ein Workshop für die neue Gestaltungssatzung

Die Damen und Herren des Gemeinderats wollen eine Neufassung der Gestaltungssatzung angehen. Dazu rief das Landratsamt auf, weil es auf die aktuelle Diskussion über die Energieversorgung hinwies. Dabei sollen auch Aspekte wie bürgerfreundliche Abwicklung von Bauvorhaben oder die mögliche Zulassung von Photovoltaikanlagen behandelt werden. Fachlich soll der Städtebauplaner Franz Ullrich die aktuelle Fassung nach Schwachstellen durchforsten. "Die Gestaltungssatzung hat so eine wichtige Bedeutung, dass wir neben den Sitzungen von Bauausschuss und Gemeinderat auch einen Workshop brauchen werden, um das Thema ausgiebig zu debattieren", meinte Dusel. Der Bürgermeister für den 29. September um 17 Uhr einen solchen Workshop anberaumt, um die Thematik eingehend zu diskutieren.

Der Gemeinderat befasste sich in seiner Sitzung auch mit der ab Mitte kommenden Jahres geplanten Markthalle im Rathaus, wofür eine Arbeitsgruppe einen Vorschlag erarbeitet hat. "Es hängt alles davon ab, wer der neue Pächter wird", sagte Dusel. Dort sollen künftig regionale Produkte verkauft, ein Bistro eingerichtet und ein Raum für Begegnung geschaffen werden. Der Gemeinderat beschloss, jetzt das Betreiben der Markthalle auszuschreiben und nach der Wahl des Pächters mit diesem seine Vorstellungen abzusprechen. Jetzt soll die Ausschreibung über die Tageszeitung, Mitteilungsblatt und die sozialen Netzwerke erfolgen.

Erfreuliches Plus im Vermögenshaushalt

Der Bürgermeister legte den Rechenschaftsbericht zur Jahresrechnung 2021 mit einem erfreulichen Detail vor. Denn aufgrund niedriger Ausgaben und eines schönen Plus an eingenommener Gewerbesteuer hat sich die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt mit 740.000 Euro weit besser entwickelt.

Der Rathauschef informierte außerdem über eine Anliegerversammlung zur baldigen Großbaustelle Sparkassen-Schul-Straße. Dort habe die Baufirma den Anliegern unterbreitet, wie in welchen Abschnitten die Arbeiten ablaufen sollen und ab wann Sperrungen notwendig werden.