"Wir sind sehr stolz auf unser neues Schulhaus und ich wünsche mir, dass sich die Schüler und Lehrkräfte hier gleichermaßen wohl fühlen", sagte Willanzheims Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert beim Festakt zur Einweihung der generalsanierten und erweiterten Grundschule. Sie hoffe, damit einen nachhaltigen Grundstein für den Lebensweg der Schülerinnen und Schüler geschaffen zu haben. "Ich habe gestaunt als ich hierher gekommen bin und habe ein Schmuckstück vorgefunden", meinte Schulrat Florian Viering.

Ingrid Reifenscheid-Eckert berichtete, dass die Aufnahme des Schulbetriebs im neuen Schulhaus wegen der Corona-Beschränkungen erschwert wurde und sich alles verzögert hatte. Deswegen konnte bislang nur eine Segnung stattfinden und erst jetzt der Festakt. Bis dahin war es ein langer Weg. Die Investition für den Umbau und die Erweiterung habe rund vier Millionen Euro gekostet. Wie die Bürgermeisterin zurückblickend anriss, hatte es im Jahr 2014 erste Überlegungen für den Verzicht eines Schulhauses in Hüttenheim oder Willanzheim gegeben.

In Abstimmung mit den politischen Gremien, dem Schulverband und dem Staatlichen Schulamt sei der Grundsatzbeschluss zum Abriss in Hüttenheim und die Konzentration der Grundschule auf Willanzheim gefasst worden. 2017 erteilte die Regierung von Unterfranken die vorzeitige Baufreigabe und im Februar 2018 begannen die Bauarbeiten, die eineinhalb Jahre liefen. Ingrid Reifenscheid-Eckert würdigte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten mit dem Architekten Andreas Konopatzki vom gleichnamigen Architekturbüro aus Rothenburg.

Warme Farben, hochwertige Materialien

"Nach pädagogischen Gesichtspunkten ist eine moderne Schule gebaut und die Mittagsbetreuung integriert worden", erklärte die Bürgermeisterin. Durch den Anbau und die Einbeziehung der Außenanlagen sei ein gehobener Aufenthaltscharakter erzielt worden. Eine große Terrasse mit vielen Sitzstufen gliedert den Außenbereich, der Lindenbaum konnte erhalten werden. Mit Holz und Glas sind hochwertige Materialien verbaut worden, außerdem wurden warme und kindgerechte Farben ausgewählt. Durch Oberlichter wirken die Schulräume einladend hell, im Mehrzweckraum wurde Parkett verlegt. Die Verantwortlichen waren erfreut, dass im neuen Schulhaus zum Schulanfang im Jahr 2019 auch gleich digitale Schultafeln installiert werden konnten. Das Team um Schulleiterin Susann Hillgärtner und Schulsekretärin Elke Braun habe den Umzug und die Eingewöhnung gut gemeistert.

Florian Viering sah die Gemeinde mit dem neuen Schulhaus gerüstet für die Zukunft. Jetzt profitiere die Schulfamilie inklusive der Nachmittagsbetreuung von der Konzentration auf einen Standort. Vizelandrat Robert Finster sprach von gut angelegtem Geld im Bildungs-Landkreis Kitzingen und er könne den Willanzheimern nur gratulieren zu dieser neuen Schule. Andreas Konopatzki bemerkte, dass Kinder Platz brauchen und dass emotionale Dinge nicht in staatlichen Raumprogrammen stünden. Deswegen sollte immer daran gedacht werden, dass die Kinder die eigentlichen Bauherren seien.

Susann Hillgärtner bekannte, dass sie vor 26 Jahren auf die Landkarte habe schauen müssen, um ihre erste Lehrerstelle in Willanzheim antreten zu können. Sie zitierte Martin Luther, der die Linde als "Friede- und Freude-Baum", tituliert hatte, "schöner könnte der Charakter unserer Linde nicht beschrieben werden", meinte die Rektorin. Sie zeigte sich froh darüber, dass sich der Gemeinderat für eine kleine, aber feine Grundschule entschieden habe und dass die Wünsche des Lehrkörpers weitgehend berücksichtigt werden konnten.