Mit dem Internatsleiter Elmar Halbritter geht ein "Urgestein" des Wiesentheider Gymnasiums in Ruhestand. Als solchen kann man Halbritter durchaus bezeichnen, nachdem er 34 Jahre am Gymnasium, davon 27 Jahre als Leiter des Internats, tätig war. Offiziell beginnt der Ruhestand erst Ende Juli, die Verabschiedung in ein größeren Rahmen fand bereits statt.

Nicht nur die Landrätin Tamara Bischof, gleichzeitig im Vorstand des Zweckverbands Bayerischer Landschulheime, hob eines als besonderen Verdienst des Pädagogen hervor. Das Internat habe Halbritter stets am Herzen gelegen.

Gerade dort habe er für viele ausländische Schüler nicht nur Ansprechpartner fungiert. Für die jungen Menschen habe er oft die Rolle des Psychologen, seelischen Beraters, eine Art Elternersatz, eingenommen. "Sie haben den ausländischen Schülern eine gute Heimat geboten."

Herr der Kaffeebohnen

Eine nette, wohl passende Umschreibung, hatten die "Schulmusikanten", eine Kapelle aus Lehrkräften, die dem Ausscheidenden ein Ständchen brachten. "Ein Schüler-Sitter", sei er gewesen, "halb Lehrer, halb Ritter", spielten sie auf den Nachnamen an. Sie wussten mehr Details vom passionierten Sportler. So sei Halbritter auch der "Herr der Kaffeebohnen" gewesen. Ihm oblag der Betrieb und die Wartung des schuleigenen Kaffeeautomatens.

Schulleiter Achim Höfle, mittlerweile der vierte in Halbritters Dienstzeit am Landschulheim, hob hervor, dass Halbritter die Schule und das Internat in dieser Zeit geprägt habe. Eine ehrliche Freundschaft sei zwischen beiden entstanden, Halbritter habe ihm stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Seit 1995 Internatsleiter

Für den Personalrat dankten Ulrike Sandmeyer-Haus und Michael Steinbacher, für den Elternbeirat sprach Andreas Liebald. "Multi-Kulti in Rein-Kultur", sei das Internat, Halbritter sei stets mittendrin gewesen. Von den Schülern sprach Paul Hubmann. Dazu brachten zwei Schülerinnen einen netten Liedbeitrag, bei dem sie auf Halbritters Hobby, das Motorradfahren, anspielten. "Auf der Ducati muss die Freiheit doch grenzenlos sein", hatten sie auf den Reinhard-Mey-Klassiker umgedichtet.

Schließlich blickte mit Ludwig Weth einer der früheren Schulleiter auf Halbritters Zeit am Gymnasium. 1987 habe sich dieser zunächst als Lehrer für Erdkunde und Sport dort beworben, wenig später habe man ihn eingestellt als Erzieher mit Lehrtätigkeit. 1995 wurde Halbritter zum Internatsleiter.

Bautätigkeiten forderten Halbritter

Schließlich bedankte sich Elmar Halbritter bei allen seinen Weggefährten, wie auch bei seiner Frau und der Familie. Viele Bautätigkeiten in seiner Zeit an der Schule hätten ihn früher gefordert. Zuletzt sei es die Corona-Pandemie gewesen. "Ich bin gerne hierher gekommen, ich werde sie alle vermissen", so sein Resümee.

Halbritters Nachfolger Mathias von Borany stellte sich zum Abschluss kurz vor. Er ist seit 2017 als Erzieher in Wiesentheid, zum 1. August wird er die Leitung des Internats übernehmen.