Ein weiterer An- oder Umbau soll für mehr Platz im Wiesentheider Rathaus sorgen. In der Sitzung des Gemeinderats stellte Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) nun vor, welche Varianten es gibt, um dort für mehr Raum zu sorgen. Eine Möglichkeit wäre, das direkt angrenzende Gebäude der Sing- und Musikschule künftig noch stärker für die Verwaltung zu nutzen. Die Einrichtung zur musikalischen Förderung könnte in ein Haus in der direkt angrenzenden Köglergasse umziehen, das die Gemeinde erworben hat. Diese Variante würden die Verwaltung, wie auch die Räte favorisieren, ließ sich aus der Debatte im Gremium entnehmen.

Keine freien Büros mehr

Die Gründe für einen Umbau oder eine Erweiterung liegen auf der Hand. So hieß es, dass der Brandschutz im Dachgeschoss des historischen Teil des Rathauses nicht gesichert sei. Das Dach wie auch die Fassade bedürften einer Sanierung. Zudem hat die Verwaltung im aktuellen Gebäude keine freien Büroräume mehr. Sie benötige aber aus verschiedenen Gründen bis zu sechs weitere Büros, etwa um Räume für die künftige EDV-Betreuung, zur Besprechung oder für die Verkehrsüberwachung sowie weitere Stellen einzurichten.

Im Vorfeld ließ der Gemeinderat bereits durch ein Planungsbüro die verschiedenen Möglichkeiten prüfen. Dazu gehören der Ausbau des Dachgeschosses, die Aufstockung des Mittelbaus, die Nutzung des Gebäudes in der Köglergasse, sowie ein Anbau nach hinten, zur Rathauswiese hin.

Als weiterer Vorschlag wurde von der Fraktion Bürgerblock die Verlagerung der Sing- und Musikschule ins Gespräch gebracht. In dem bestehenden und ans Rathaus ageschlossene Gebäude ließe sich das Obergeschoss abtrennen und stünde dann für die Verwaltung zur Verfügung. Die Kosten dazu lägen bei etwa 350 000 Euro, die Musikschule hätte bei einem Umzug ins Nachbarhaus sogar mehr Räume als bisher zur Verfügung, hieß es.

Außerdem soll das Rathaus den bereits seit längerem geforderten Aufzug erhalten und damit barrierefrei werden. Das wäre dringend wünschenswert, meinten die Räte.

In der Diskussion zum geplanten Um- oder Anbau des Rathauses sprach sich das Gremium gegen eine Verlegung des aktuellen Sitzungssaals in das Dachgeschoss aus. Ein Anbau in Richtung Hof sei ebenso nicht ideal, genau wie eine Nutzung des Gebäudes in der Köglergasse durch die Verwaltung.

Noch keine Entscheidung

Eine konkrete Entscheidung, in welche Richtung es gehen wird, traf der Gemeinderat noch nicht. Der Vorschlag zu einem möglichen Umzug der Sing- und Musikschule sei erst kurzfristig gekommen, lautete ein Grund. Bevor weitere Schritte unternommen werden, müsse die Gemeinde das erst einmal mit den Beteiligten von der Sing- und Musikschule und dem Musikverein besprechen, forderten Andreas Laudenbach (Pro Wiesentheid) und Michael Rückel (Bürgerblock).

Festgelegt wurde schon einmal, dass ein Aufzug einbaut wird (Kosten rund 145 000 Euro). Zudem stimmten die Räte einer Dach- und Fassadensanierung zu wie auch zur Ertüchtigung des Dachstuhls wegen des Brandschutzes. Genaueres werde man in einer nächsten Sitzung besprechen, wurde festgelegt.