Die Sickershäuser hätten das beste Wetter für ihre Jubiläumskerm gehabt, doch wegen Corona mussten sie ihre großen Jubiläumsfeierlichkeiten auf kommendes Jahr verschieben. Doch ganz vermiesen ließen sich die Geometer im Storchenbrünnles-Ort ihre Schnitthapples-Kerm nicht. Sie begingen eine Schmalspurausgabe, in dem die Geometer nur intern einen Rathaussturm vollzogen. Tipp für Interessierte: ein Video davon ist auf Instagram zu finden. Dabei wurde Philipp Heigl als Geometer verabschiedet und sein Nachfolger Florian Segritz vereidigt.

Am Sonntag feierte Pfarrer Simon Gahr mit Gläubigen den Kirchweihgottesdienst auf dem Sportplatz und nachmittags predigte der "Notnaachelpreedicher" Thomas Beer, während sein Publikum auf Bierkisten mit Corona-Abstand zuhörte. Der Prediger stellte erfreut fest, dass Sickershausen jetzt mit gleich drei Ratsmitgliedern im Stadtrat vertreten ist. Sie sollten sich für neue Bauplätze einsetzen, "Nur ham da unsere Räte der Grünen ihre Freud dran?", fragte sich Beer.

Zahlen-Wirrwarr

Er machte sich über eine Frau lustig, die es scheinbar nicht so mit den Zahlen hat. Denn sie wollten an der Tankstelle 25 Euro bezahlen, kapierte aber nicht, dass die Anzeige "25" Liter und nicht Euro waren. Auch mit der Anzeigetafel in der Handballhalle kam sie nicht zurecht, denn sie verhaute sich mit der Zeit und vermeldete einen Spielstand von 22 zu elf, obwohl es erst fünf zu sechs stand.

Einer Skifahrerin, die morgens im Hotel eingecheckt hatte, unterlief ein Missgeschick. Denn der Mann an der Rezeption konnte ihr nicht ihren Zimmerschlüssel aushändigen, was die Frau überhaupt nicht verstand. Des Rätsels Lösung war: Wegen einer Namensverwechslung stand sie an der Rezeption eines falschen Hotels und ihr Mann sei in der Gruppe blamiert gewesen.

Nicht amüsiert sei derweil ein Mechaniker gewesen, der zum Geburtstag einen Leberkäse in der Werkstatt spendieren wollte. Doch passte er nicht auf den Ofen auf und der Leberkäse wurde kohlschwarz und die Feuerwehr musste anrücken. Schief gelaufen war auch der Spaziergang eines Paares, das um einen Baum herumlaufen wollte, aber der Graben entpuppte sich als Schlammloch, in dem die Frau halb versank.

Jubiläum im nächsten Jahr feiern

Durch den Kakao gezogen wurde auch ein Bursche, der sich einen Lattenrost kaufte, der nicht ins Auto passte und deswegen schleppte er das Kaufobjekt bei 38 Grad Celsius durch halb Kitzingen. Vom Pech verfolgt war ein weiterer Sickershäuser, der seiner Versicherung binnen weniger Wochen gleich drei Schäden an seinem neuen Auto melden musste. Thomas Beer verriet seinen Zuhörern auf dem Sportplatz noch die Kuriosität, dass es einer der Alten Herren mit der Zahlungsmoral beim Griechen in Kitzingen zu genau nehmen wollte. "Denn wenn der Grieche nicht so ehrlich gewesen wäre, dann hätte der gute Mann seine Zeche gleich drei Mal bezahlt", erzählte Beer.

Sickershausen hatte sich dennoch mit vielen Fahnen für die Kirchweih herausgeputzt. Jetzt hofft ganz Sickershausen, dass sich die Lage bis zum nächsten Jahr entspannt und dann das Jubiläum als "100 Jahre Kirchweih in Sickershausen" gebührend nachgefeiert werden kann.