Riesen-Andrang bei der Bürgerversammlung in Abtswind: Über 90 Abtswinder hörten sich die Ausführungen des erst im Vorjahr gewählten Ortsoberhaupts Jürgen Schulz an. Dieser bekam bei seiner Premiere neben Anregungen und Fragen auch anerkennendes Lob von den Gekommenen. „Sie haben in der kurzen Zeit vieles auf die Beine gebracht. Dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken“, zeigte sich Traudl Peppert zum Ende der Versammlung hin angetan.

Zuvor hatte Bürgermeister Schulz seinen Bürgern per Power-Point-Präsentation einen recht anschaulichen Überblick zum aktuellen Stand und zu den angedachten Projekten seiner Gemeinde gegeben. „Ein klasse Vortrag, sehr übersichtlich“, lobte etwa Günter Markert. Darin stellte Schulz Abtswinds 4,104-Millionen-Etat für 2015 vor, der zeigt, dass die Gemeinde dieses Jahr viel vor hat. Allein 1,75 Millionen Euro sind an Investitionen vorgesehen. Dank der nach wie vor sprudelnden Steuereinnahmen kann sich die 857 Einwohner zählende Gemeinde einiges leisten.

14 Bauplätze ausweisen

Auf seiner Agenda hat Schulz so manches. So will der Bürgermeister 12 bis 14 Bauplätze in der Verlängerung des Gebiets Röthlein ausweisen, um wieder Flächen für Bauwillige zu haben. Auch für Gewerbe plant er, im Westen Abtswinds – vor oder nach der Autobahn – Land bereitzustellen.

In Richtung Wiesentheid ist das nächste größere Projekt mit der Verbindungsspange zur Schnellstraße B 286 in Planung. Über eine Ampel wird die Auffahrt auf die B 286 möglich sein, zudem führt die Strecke später in Richtung Wiesentheid weiter. Auf die Frage von Peter Baumann bekräftigte Schulz, dass es „auf lange Sicht, in 15 bis 20 Jahren“, schon geplant sei, in dem Bereich Gewerbeflächen zu schaffen.

Für die nächsten Monate kündigte der Bürgermeister die Renovierung des Rathauses samt der darüber liegenden Wohnung an. Der Holzlagerplatz in der Nähe des Feuerwehrhauses soll verlegt werden, dazu erhält er eine Zufahrt vom Festplatz her. Dort kann sich Schulz künftig auch einen Stellplatz für Wohnmobile vorstellen, wie er sagte.

Zur Trinkwasserquelle informierte Schulz, dass noch Messungen anstünden. Erst nach deren Auswertung könne ein Schutzgebiet festgelegt und das Wasser wieder genutzt werden.

Von den Bürgern wurde mehrfach angesprochen, dass der Radweg nach Rüdenhausen weiter gebaut werden solle. Das sei, so Schulz, Sache der Nachbargemeinde. Gerhard Eckoff regte an, den Radweg nach Wiesentheid komplett entlang der Straße fort zu führen. Günter Markert wünschte, dass es wieder eine Gaststätte auf dem Friedrichsberg gebe, die Gemeinde möge dazu mit dem Besitzer, dem Fürstenhaus Castell-Rüdenhausen, sprechen.

Umzug des Gemeindearchivs

Kritik äußerte Ehrenbürger Georg Eckoff zum Zustand des Gemeindearchivs, das im Oberen Torhaus untergebracht ist. „Eine Schande! Das fressen die Milben auf“, schimpfte er. In den Räumen sei es kalt, es stinke, der Archivar der VG müsse eine Maske tragen, wenn er dort nach Dokumenten suche. Bürgermeister Schulz sagte, er wolle das Archiv im Bauhof unterbringen, wenn dieser umgebaut sei, was 2017 vorgesehen sei. Das stimmte auch Ulrike Mix nicht zufrieden. Vielleicht, so Schulz, ergebe sich bis dahin eine Zwischenlösung zur Aufbewahrung der Akten.