Wenn Eddi Ritz bei der Arbeit sein T-Shirt auszieht, wird es Sommer. Seit 1974 konnte man sich in Kitzingen auf diesen halbamtlichen Wetterhinweis verlassen. Jetzt muss man sich neue Anhaltspunkte für den Beginn der warmen Zeit suchen. Eduard Ritz, der Stellvertreter des Stadtgärtners, den alle nur Eddi nennen, geht in den Ruhestand. Am Freitag, 27. Februar, ist sein letzter Arbeitstag bei der Stadt Kitzingen.

Mit Eddi Ritz geht Kitzingens „Mann mit dem grünen Daumen“. Er hat wie kein zweiter für den Ruf Kitzingens als „grüne und blühende Stadt“ gesorgt. Der 63-Jährige hat wesentlich mit dazu beigetragen, dass die kleine Gartenschau 2011 auch außerhalb des Gartenschaugeländes zu dem viel zitierten Sommermärchen wurde.

„Ein ausgewiesener Fachmann in vielen gärtnerischen Bereichen.“
Johannes Lindner über Eddi Ritz

Und: „Eddi Ritz hat maßgeblichen Anteil an dem Goldmedaillenerfolg beim Wettbewerb Entente Florale 2013 auf Bundes- und ein Jahr später auf Europaebene.“ Das sagt Stadtgärtner Johannes Lindner, der den Kollegen als einen „ausgewiesenen Fachmann in vielen gärtnerischen Bereichen“ bezeichnet.

Seinen grünen Daumen hat Ritz vor allem bei der Bestückung der vielen öffentlichen Beete der Stadt bewiesen. Dass es am Königsplatz, am Falterturm oder dem Platz der Partnerstädte im Frühjahr, Sommer und Herbst grünt und blüht, dafür nehmen die Gärtner, meist unter der Regie von Ritz, einiges in die Hand.

Lindner hat es einmal überschlagen: Rund 25 000 Sommerpflanzen, dazu 20 000 Herbst- und Winterpflanzen und noch einmal 15 000 Tulpen und Zwiebeln sorgen in Kitzingen Jahr für Jahr für Abwechslung und oft setzen die Gärtner überraschende Akzente.

Dass Eddi Ritz mit den Kollegen kaum ein Beet bepflanzen kann, ohne angesprochen zu werden, zeigt, wie bekannt und beliebt der gebürtige Wiesentheider in Kitzingen ist. Das kommt auch daher, dass er für den einen oder anderen neugierigen Gartenfreund immer einen Hinweis oder einen kleinen Tipp hatte.

Den müssen sich Kitzingens Hobbygärtner ab März anderswo holen. Der Stellvertreter von Stadtgärtner Johannes Lindner, der auch dessen Vorgänger Ottmar Link und Matthias Besch vertreten hat, nutzt die neue Vorruhestandsregelung. Nach der kann der Arbeitnehmer nach 45 Jahren abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen. Am 13. Februar ist er 63 geworden. Nach der Ausbildung zum Zierpflanzengärtner bei der Gärtnerei Wirth in Kitzingen, der Bundeswehr und über 40 Jahren bei der Stadt Kitzingen hat er die 45 Jahre voll. Ab dem 1. März kann er sich seinen Hobbys, unter anderem dem Garten und der Kleintierzucht, widmen.