Schon seit Jahren beanstanden die Bürger des Prichsenstadter Ortsteils Neuses am Sand den Zustand des Kirchenvorplatzes. Jetzt stellte der Stadtrat die Ampel einstimmig auf Grün. Es wird eine zur denkmalgeschützten Kirche passende Leuchte und eine Sitzgarnitur aufgestellt und der nicht zerstörte Teil des Bodenbelages gepflastert. Außerdem wird zukünftig entweder ein Pflanzkübel oder einige Poller eine räumliche Abgrenzung zur B 22 schaffen, die direkt an der Kirche vorbeiführt.

Kosten wird das Ganze um die 10 000 Euro, sagte Bürgermeister René Schlehr in der Ratssitzung. Davon bleiben lediglich 1000 Euro bei der Stadt hängen, der Rest wird aus dem Regionalbudget der ILE Dorfschätze, genauer gesagt über das Amt für Ländliche Entwicklung, beigesteuert. Jede der neun Gemeinden der Dorfschätze darf jeweils ein Projekt benennen, das über ein Auswahlgremium dann auch den Zuschlag bekommt.

Dieses Regionalbudget darf so verstanden werden, dass daraus Sanierungen bezahlt werden, die finanziell überschaubar sind und über das normale Förderungsverfahren einfach zu lange dauern würden. Bekommt der Kirchenvorplatz Neuses am Sand den Zuschlag, fällt Ende März oder Anfang April die Entscheidung, mit der direkt folgenden Ausschreibung. Die Leuchte muss sich der Kirche anpassen, "und bei den Pflasterarbeiten werden wir wohl auf unseren Bauhof zurückgreifen", so der Bürgermeister.

Die Abrechnung der ganzen Maßnahme muss bis Ende Oktober nächsten Jahres gelaufen sein, "sonst müssen wir das Ganze selbst zahlen". Die Stadt hat also ein "straffes Programm" abzuspulen. Das gesamte Vorgehen wird von den Ratsmitgliedern Michael Eckhof und Christoph Schmidt unterstützt, die sich per Mail an den Bürgermeister gewendet hatte. Die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes soll laut Ratsbeschluss mit dem örtlichen Stadtrat Harald Rückert vollzogen werden.

Weiteres aus dem Rat

Mit einer redaktionellen Änderung passte der Stadtrat den Bebauungsplan Erläcker-Dorfäcker II in Laub an. Da die zweite Hälfte des Baugebietes erschlossen und viele Grundstücke bereits reserviert oder gar schon verkauft sind, stießen mehrere Bauwillige auf eine Unstimmigkeit im Bebauungsplan. Demnach hätten sie, wenn sie Flachdächer für ihre Häuser bevorzugen, diese mit einem Neigungswinkel von mindestens 30 Grad bauen müssen. Als Alternative wäre nur ein Antrag auf Freistellung vom Bebauungsplan notwendig geworden – eine Prozedur, die sich der Stadtrat angesichts vieler zu erwartender Anträge gern sparen würde. Außerdem war, so der Bürgermeister, im Bebauungsplan beabsichtigt gewesen, alle Dachformen unabhängig von ihrer Dachneigung zuzulassen. Deshalb strich der Rat kurz und schmerzlos diesen Passus aus dem Bebauungsplan.

Ein Antrag des Vereins Alt Prichsenstadt für zwei neue Stolpersteine an der Schulinstraße 9 – er stand nicht auf der Tagesordnung, wurde auf Antrag des Bürgemeisters dennoch behandelt. Nach einem Grundsatzbeschluss steht der Rat den Stolpersteinen positiv gegenüber, es sind lediglich Feinheiten wie der genaue Standort der Steine in der Straße zu besprechen. Einer Diskussion bedurfte es nicht, nach dem Sachvortrag gingen 17 Hände zum "Ja" in die Höhe. Wann genau die Steine verlegt werden, steht aktuell noch nicht fest.