Heinz Zippelius ist Park- und Hausmeister am Schwanberg, Schlossparkführer und -erhalter. Er ist Angestellter des Geistlichen Zentrums. Das Zentrum ist Eigentümer von Schloss und Park seit 2006. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) hat mit dem Gartenbotschafter über sein umfangreiches Arbeitsgebiet gesprochen.

Herr Zippelius, wie sind Sie zum Schlosspark am Schwanberg gekommen?

Ich bin am Fuß des Schwanbergs in Großlangheim aufgewachsen und habe nach Rödelsee geheiratet. Beim Spazierengehen mit dem Hund bin ich immer wieder auf dem Schwanberg und im damals überwachsenen Park gelaufen. Im Sommer ist es unter den Linden schattig. Und im Winter liegt noch Schnee, wenn im Tal alles Matsch ist. Vor 15 Jahren stand ein Aufruf in der Zeitung, dass auf dem Schwanberg Schlossparkführer gesucht werden. Damals fehlte das Kreuz in der Figur des Hubertus-Hirschen. Ich bot an, es nach einem alten Foto in der Schmiede in Rödelsee nachzuschmieden. Ich hatte im Gusseisenwerk gearbeitet. 

Was schätzen Sie am Park?

Die Ruhe hier ist so schön, gerade im Alpinum; manchmal mache ich hier Mittagspause. Aber ein acht Hektar großer Park pflegt sich nicht von jetzt auf nachher. Man könnte über das ganze Jahr mit zwei, drei Leuten hier schaffen. Ich schaue, dass das Nötigste gemacht wird, aber das ist vielleicht gerade der Reiz, dass es verwunschener aussieht als in vielen anderen Anlagen. Manchmal arbeiten Gäste vom Schloss mit. Einige Damen kommen öfter im Jahr und helfen mir. Im Frühjahr 2019 habe ich die Aktion "Frühjahrsputz im Schlosspark" ausgerufen und in der Zeitung beworben. Es packten 20 Leute mit an.

Wenn Sie nicht am Schwanberg sind: Was machen Sie gern?

Ich möchte gerne mal nach Dennenlohe bei Gunzenhausen, in den Park von Baron Süßkind. Aber ich bin auch ehrenamtlich im Einsatz, beim Elfleinshäusla in Rödelsee zum Beispiel. Dann pflege ich noch ehrenamtlich mit anderen die Wanderwege am Schwanberg. Und zu Hause habe ich einen Garten mit ungefähr 2000 Quadratmetern. Mir wird es nicht langweilig.

Wenn Sie für den Schwanberg drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Mehr Geld für den Schlosspark. Und ich wünsche mir weiterhin ein gutes und ein harmonisches Miteinander.

Spüren Sie Auswirkungen der Klima-Erwärmung auf dem Schwanberg?

Extrem, hauptsächlich an den Rhododendren. Sie haben die letzten beiden Jahre fast gar nicht geblüht. Sie sehen es an den trockenen Blättern; so sahen sie noch nie aus. Und man sieht es an verschiedenen Bäumen. Bei den Linden stellen wir immer mehr trockene Äste fest. Im Frühjahr 2019 mussten wir acht große Pappeln fällen. Die waren innen ganz hohl. Wir müssen einmal im Jahr alle Wiesen mähen. Die Blüte ist immer sehr schön, es sind so viele Schmetterlinge und Insekten da. Aber einmal im Jahr muss gemäht werden, sonst verbuscht alles. 

Welche Tierarten gibt es im Park?

Siebenschläfer gibt es hier sehr viele, auch einige Fledermaus-Arten. Wir haben immer wieder Fledermaus-Führungen in der Dämmerung mit Christian Söder, dem Fledermaus-Beauftragter des Landkreises. Füchse, Dachse gibt es hier, Kleiber, Rotschwanz, Meisen, Turteltauben, Falken. Grünspechte sind sehr viele da. Sogar einige Schwarzspechte leben hier, wegen der alten Baumbestände. Es gibt auch Pflanzen-Raritäten: Die Bleistiftzedern habe ich zufällig gefunden. Alexander von Faber-Castell hatte sie gepflanzt, um das Holz für die Bleistifte nutzen zu können. Aber sie wachsen zu langsam und konnten die importierten Hölzer nicht ersetzen.

Das Interview führte Mechthild Engert, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege des Landkreises Kitzingen; www.kitzinger-gartenland.de