Mit Freude und ohne Leistungsdruck lesen – das ist die Idee hinter den Leseclubs und eine Stiftung stehen. Ein solcher Club wurde im Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ an der Grundschule Martinsheim eröffnet. Der erste im Landkreis.

Rektorin Carola Günther kennt eine solche Einrichtung von ihrer früheren Stelle in Giebelstadt. Diese wollte sie auch in Martinsheim schaffen, da ein Leseclub perfekt zu dieser Grundschule passe. In den vergangenen Wochen habe die Schule ein eigenes Profil und ein Schullogo entwickelt. Charakteristisch seien dafür die farbigen Punkte. Diese stünden für Werte, die der Schule wichtig seien, nämlich Offenheit, Kooperation und Wertschätzung, zählt Günther auf. „Der Leseclub repräsentiert genau diese Wertvorstellung“, freut sich die Rektorin.

Der Leseclub, der in Martinsheim von Schülern den Namen „Lesetiger“ bekommen hat, sei offen für alle Kinder, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht, ihrer kulturellen oder nationalen Herkunft. Es sei eine Kooperation zwischen Grundschule, Kindergarten und der Stiftung Lesen. Und Schule und Schüler wertschätzten es, dass sich Ehrenamtliche engagierten, um beispielsweise den syrischen Kindern in der Schule beim Erlernen der deutschen Sprache zu helfen und um allgemein die Begeisterung und Freude am Lesen zu wecken.

Durch sieben ehrenamtliche Betreuerinnen ist es möglich, zehn Leseclubstunden nach dem Unterricht einzurichten. Zusätzlich gibt es Leseaktionen im Hortangebot. Die Stiftung hat die Schule dazu umfangreich ausgestattet, denn insgesamt stehen pro Club 10 000 Euro Zur Verfügung. Die Schule freut sich nun über viele Bücher, zehn Zeitschriften-Abos, CDs, DVDs, Spiele, Bastelmaterialien, besondere Materialien für Kinder mit Migrationshintergrund und über ein iPad.

Alles findet sich in einem gemütlich eingerichteten Raum. Dazu hatten fleißige Hände in den vergangenen Wochen einen Gruppenraum umgestaltet und eine ideale Atmosphäre geschaffen.

Landrätin Tamara Bischof, Bürgermeister Rainer Ott, Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf und Schulrat Norbert Zwicker freuten sich zusammen mit Lehrern, Mitarbeitern, Elternbeirat, den Leseclub-Betreuerinnen und den 67 Schülern, die ihrer ersten Lesestunde schon entgegenfiebern, über dieses neue Angebot in Martinsheim.

Der Leseclub

Die Stiftung Lesen: Sie unterstützt mit dem Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis Ende 2017 in Deutschland 250 Leseclubs. Neben Martinsheim und Giebelstadt gibt es in der Umgebung Leseclubs in Zell am Main, Schweinfurt und in der Nähe von Bamberg. In den Leseclubs werden über 7000 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren regelmäßig erreicht, viele davon aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen. Leseclubs sind Einrichtungen außerhalb des Unterrichts, in denen sich Kinder und Jugendliche treffen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien kreativ zu sein. Denn nur wer lesen kann, hat Chancen auf schulischen und beruflichen Erfolg. Die Stiftung Lesen unterstützt die Leseclubs mit Ausstattungsgegenständen sowie Weiterbildungen für ehrenamtliche Betreuer. TEXT: gkr