Zum Abschluss der Flurbereinigung Biebelried 3 segnete Pfarrer Gerhard Spöckl am Erntedanksonntag ein aus diesem Anlass errichtetes Flurdenkmal am Repperndorfer Weg. Die Muschelkalkstelle mit einem segnenden Christus weist auf den Schöpfer hin, dem die Früchte der Erde zu verdanken sind.

Vor fast 40 Jahren, genauer am 4. November 1976, wurde das Flurbereinigungsverfahren Biebelried 3 angeordnet. Geprägt war es vom Bau der A 7 Richtung Ulm und dem Umbau des Biebelrieder Dreiecks zum Autobahnkreuz, vom sechsstreifigen Ausbau der A 3, dem vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 8 und der Ortsumgehung. Nun fand das Verfahren mit der Segnung des Flurdenkmals und einer steinernen Sitzgruppe seinen Abschluss. Von der Pfarrkirche zogen Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft, Ehrengäste und Bürger hinaus in die Flur zum Repperndorfer Weg zum erst am vergangenen Mittwoch aufgestellten Denkmal, das der Bildhauer Hans-Jürgen Fleck (Gochsheim) geschaffen hat. Die Feier gestaltete der Posaunenchor Biebelried unter der Leitung von Georg Neuerer:

Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, Reiner Väth, erläuterte, dass das Denkmal an einem Platz der Stille, aber auch an einer Stelle, an der Menschen vorbeikommen, und mit Blick auf den Ort aufgestellt worden ist.

„Wir wissen, was wir an den Feldgeschworenen haben.“
Ottmar Porzelt Amt für ländliche Entwicklung

Nur zwei Jahre nach Abschluss des vorhergehenden Flurbereinigungsverfahrens sei das dritte gestartet worden, erinnerte Ottmar Porzelt, Leiter des Amts für ländliche Entwicklung Unterfranken in Würzburg. „Ich hoffe, dass die wiederholte Flurneuordnung zukunftsweisend ist“, sagte er in seiner Ansprache. Mit dem Unternehmensverfahren sollte der Landverlust durch die vielen Straßenprojekte auf möglichst viele Eigentümer verteilt werden, aber auch die Agrarstruktur verbessert werden.

Die Gesamtfläche des Flurbereinigungsgebiets beträgt 1254 Hektar und umfasst Teile der Gemarkungen Biebelried, Effeldorf, Bibergau, Mainstockheim, Buchbrunn, Repperndorf, Westheim sowie Theilheim und Rottendorf im Landkreis Würzburg.

Die lange Verfahrensdauer habe es ermöglicht, neue Straßenprojekte einzuarbeiten. Etwa 2,5 Millionen Euro seien ausgegeben worden, weitgehend finanziert durch Zuschüsse der Autobahndirektion und der Straßenbaudirektion. Auch die Gemeinden hätten mitbezahlt, so dass bei der Teilnehmergemeinschaft nur der Betrag von rund 40 000 Euro verblieben sei. Neben neuen Wegen habe es 800 neue Flurstücke gegeben, 5385 Steine hätten gesetzt werden müssen. „Wir wissen, was wir an den Feldgeschworenen haben“, dankte Porzelt. Auf die Arbeit über die Grenzen hinweg ging stellvertretende Landrätin Doris Paul in ihrem Grußwort ein. Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf (CSU) erinnerte an die Anfänge, als Biebelried nicht begeistert war, viele Flächen für den Straßenbau zu verlieren. Ausgleichsflächen seien in der Michelfelder Flur für den Ortolan geschaffen worden. Sein Landtagskollege Volkmar Halbleib (SPD) sprach allen Beteiligten seinen Dank aus, weil es nicht einfach sei, alle Belange unter einen Hut zu bringen.

„Die Voraussetzungen für eine moderne Landwirtschaft sind geschaffen“, stellte Bürgermeister Roland Hoh fest, der auch an die getrennt laufende Dorferneuerung erinnerte. BBV-Kreisobmann Alois Kraus freute sich, dass die Jagdgenossenschaft mit 5000 Euro die Hälfte der Kosten für das Flurdenkmal übernommen hat. Das Denkmal erinnere mit den Zuckerrüben zu Füßen der Christusfigur an die Früchte der Erde und damit die Verbraucher daran, dass die Rohstoffe für die Lebensmittel erst einmal von einem Landwirt erzeugt werden müssen.

„Es war kein einfaches Verfahren hinsichtlich der Infrastruktur“, meinte der Örtliche Beauftragte Reinhold Hoh. Ihm oblag es, den Beteiligten zu danken. Besonders würdigte er Wegemeister Alois Brandmann und die beiden Vorstandsmitglieder Eduard Full (Theilheim) und Armin Weberbauer (Biebelried), die als einzige von Anfang an der Teilnehmergemeinschaft angehörten.