"Hallo, ich bin Fiona. Falls ihr mich noch nicht kennt, ich habe lange blonde Haare, gehe in die vierte Klasse und ich habe einen Hund." Mit diesen Worten beginnt die neunjährige Flora Clara Klein ihre spannende Geschichte über eine wundervolle Beziehung eines Mädchens zu ihrem putzigen Pudel, den böse Hundefänger eingefangen haben. Die Erzählung der Schülerin, die die vierte Klasse der Volkacher Grundschule besucht, hat es in das Buch "Mein Hund ... und ich" geschafft. Das Hundebuch mit 520 Seiten erscheint im Papierfresserchen MTM- und Herzsprung-Verlag.

In dem Buch sind Geschichten über den besten Freund des Menschen zusammen getragen. Darin erzählt Flora Clara Klein spannende Szenen um Leila, ihren Zwergpudel mit der Schleife an jedem Ohr. "Gerade lief ich mit ihr Gassi. Dieser Sommertag war wirklich herrlich", schreibt das junge Autorentalent. Dass ihr kleiner Freund auf vier Pfoten bei den Touren so manches Geheimversteck in freier Natur aufstöbert, trägt zur prickelnden Spannung in ihren Abenteuern bei. Doch plötzlich ist der Zwergpudel verschwunden. Leila ist in die Hände von Hundefängern geraten. Mit viel Fantasie und wortgewandt beschreibt Clara ihre Erlebnisse einer außergewöhnlichen Suchaktion mit der Familie, die im Volkacher Stadtteil Eichfeld lebt. Kann sie den Zwergpudel aus der Gefangenschaft befreien?

Von der Lehrerin ermuntert

Anfang dieses Schuljahres ermunterte ihre Grundschullehrerin Sabine Huppmann Clara, an dem Schreibwettbewerb des Verlags teilzunehmen, "weil sie gleichzeitig auch noch ein großer Hunde-Fan ist". Die Geschichte habe Clara völlig selbstständig verfasst, teilweise in der Schule, teilweise in den letzten Wochen im Homeschooling, erzählt die Lehrerin und beschreibt ihr Schülerin so: Sie ist ein wirklich pfiffiges und cleveres Kind. Zu Hause heißt sie Flora, in der Schule Clara. Diese strikte Trennung ihrer beiden Vornamen sei ihre eigene Idee zur Einschulung in die erste Klasse gewesen. "Und das zieht sie konsequent durch."

Die Lehrerin kennt Clara seit eineinhalb Jahren. "Sie ist mir von Anfang an durch ihre Liebe zu Büchern und zum Schreiben aufgefallen", blickt die Pädagogin zurück. In jeder freien Minute in der Schule habe sie gelesen oder geschrieben. Clara sei bei ihren Mitschülern beliebt, sportlich und spiele gerne mit den anderen in der Pause. "Aber wenn im Unterricht mal Leerlauf ist, dann greift sie eben gerne zum Buch oder zum Stift." Huppmann schätzt den Stil ihrer Geschichten, die für ihr Alter überdurchschnittlich seien. "Wortwahl, Satzbau, Ideen - alles ziemlich genial", schwärmt sie von Claras Arbeiten. Die Überlegung, wie sie das Talent weiter fördern könne, endete beim Mitmach-Wettbewerb des Verlags Papierfresserchen zum Thema Hundegeschichten.

Clara fand die Idee gut, die Eltern waren einverstanden und von da an war Clara in der Schule nur noch mit dem Kopf über ihrem Schreibblock zu sehen, erinnert sich Huppmann. "Irgendwann mussten wir die Notbremse ziehen, sonst wäre aus der Hunde-Geschichte wahrscheinlich ein Roman geworden", lacht die Lehrerin. So sei die Kurzgeschichte mit "Krimi-Elementen" entstanden. Clara liebt die Vierbeiner: "Die kann man streicheln und man kann ihnen Tricks beibringen", erzählt sie von Peppa, ihrer vierjährigen Schweizer Sennenhündin zuhause, die gerade acht quirlige Welpen zur Welt gebracht hat. Das Spiel mit den Kleinen macht ihr total viel Spaß, aber Zeit zum Schreiben bleibt daneben allemal.

Bei Schülerzeitung aktiv

Neben ihrer Hundegeschichte hat Clara – teilweise mit ihrer Freundin Emily – auch schon drei Ausgaben einer kleinen Schülerzeitung verfasst. Teils handgeschrieben, teils mit dem PC, mit Bildern, Rätseln, Witzen und Texten aller Art. Und wäre nicht die Corona-Pandemie dazwischen gekommen, wären diese wahrscheinlich längst vervielfältigt und vermarktet worden. Die alte Schülerzeitung der ehemaligen Volksschule "Spickzettel" gibt es ja schon einige Jahre nicht mehr. Und die Volkacher Grundschule hatte bisher keine Schülerzeitung. Sobald die Pandemie zu Ende ist, steht Clara als Chefredakteurin bereits in den Startlöchern. Und die Frage, was sie denn später einmal beruflich machen würde, beantwortet sie spontan mit einem strahlenden Lächeln: Hunde dressieren.