Walter Jakobs aus Kitzingen durfte am Dienstag seinen 90. Geburtstag feiern. Oberbürgermeister Siegfried Müller ließ es sich trotz eines Urlaubtages nicht nehmen, dem Senior persönlich zu gratulieren. „Denn der Herr Oberbürgermeister war einst mein Schüler bei den Bayern“, verriet Walter Jakobs. Der gebürtige Saarländer war in jungen Jahren ein guter Fußballer und erlebte als Torwart die glorreiche Zeit der Bayern in der damaligen Landesliga. Schon während seiner aktiven Laufbahn trainierte er Schüler-Mannschaften, dabei war auch Siegfried Müller unter den Fittichen von Walter Jakobs. Er trainierte 18 Jahre bei den Bayern und holte mit seinen Mannschaften mehrere Bezirksmeisterschaften. „Das war eine schöne Zeit bei den Bayern“, meinte Siegfried Müller und stieß mit dem Jubilar an.

Daneben machte sich Walter Jakobs auch einen Namen als Trainer beim SSV Kitzingen, in Dettelbach, Kleinlangheim und Sulzfeld.

Walter Jakobs erblickte am 1. September 1925 in Saarbrücken das Licht der Welt. Schon als 13-Jähriger wurde er zum Landdienst eingezogen, musste später zum Einsatz in die Wehrmacht und geriet kurz vor Kriegsende in französische Gefangenschaft in ein Lager mit 90 000 Gefangenen. Nach eineinhalb Jahren wurde er mit anderen Gefangenen in das US-Gefangenenlager in der Kitzinger Flak-Kaserne verlegt, ehe er im März 1946 in die Freiheit entlassen wurde. Danach bekam er einen Job bei der Kitzinger Fahrschule Metzger. Wenig später empfahl ihn ein Bekannter dem damaligen Bürgermeister Konrad Döppert zur Einstellung als Lastwagenfahrer. Walter Jakobs steuerte schließlich jahrzehntelang städtische Lastwagen, davon auch 24 Jahre das städtische Müllfahrzeug. 16 Jahre lang leitete Walter Jakobs den Stadtbauhof bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1988.

„Ich habe unter fünf Bürgermeistern oder Oberbürgermeistern gearbeitet“, erzählt der Jubilar. Nicht nur, weil er mit 24 Jahren am längsten in der Amtszeit von Rudolf Schardt diente, verband beide ein besonderes Verhältnis. Gute Freunde wurden sie auch deshalb, weil beide lange Jahre gemeinsam bei den Bayern auf dem Fußballplatz standen. Die Familie Jakobs war beruflich stark mit der Stadt verbunden. Walter Jakobs war 43 Jahre bei der Stadt beschäftigt, seine Frau arbeitete 26 Jahre als Reinigungskraft für die Stadt und Enkelin Monika Wilhelmi hatte einst ihre Lehrzeit im Rathaus absolviert.

Walter Jakobs trat 1948 mit seiner Frau Frieda Jakobs (geborene Grau) aus Kitzingen vor den Traualtar; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Zum Jubeltag gratulierte die Familie mit fünf Enkelkindern und acht Urenkeln. Foto/Text: H. Hess