Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen eineinhalb Jahren viele Feste und Brauchtum dahin gerafft. Doch in Markt Einersheim erwies sich die Historische Burschenschaft mit ihrem Vorsitzenden Christian Bauer wehrhaft und schritt am Kirchweihdienstag wieder zum Auszug und an die 200 Bürger ließen es sich nicht nehmen, das Zeremoniell mit jahrhundertelanger Tradition zu verfolgen.

Die Burschenschaft marschierte – teilweise mit Axt und Säbel ausstaffiert – vor dem Rathaus auf und Burschenhauptmann Christian Bauer befehligte elf chargierte Burschen und sieben Jungburschen, die unter ihrem Spieß Lukas Schenk und seinem Adjutanten Jörg Schneider erstmals teilnehmen durften. Begleitet von den Altmannshäuser Musikanten marschierten die Burschen zum Marktplatz, gefolgt von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine. Nach der Fahnenabholung bewegte sich die Karawane mit traditionellen Kostümen und Vereinstrachten Richtung Schloss, wo Hausherr und Ehrenbürger Nikolaus Knauf mit seiner Gattin Ingrid Knauf schon auf die Marschierer warteten.

Herzen schlugen höher

Eine ordentliche Karawane, strahlender Sonnenschein, die Klänge der Musik und die servierten Silvaner-Schoppen asf dem Iphöfer Hause Wirsching: dieser Mix ließ die Herzen der Beteiligten höher schlagen. Die 81-jährige Dora Schlee schenkt den Aufmarschierten schon über 40 Jahre ein, auch heuer hatte sie mit ihren Kolleginnen alle Hände voll zu tun, um den durstigen Aufmarschierten ein Weinglas nach dem anderen zu kredenzen.

"Wir machen hier statt bei der Standesherrschaft beim Bürgermeister Meldung", verkündete der Burschenhauptmann und sie ließen den Bürgermeister und die Gemeinderätinnen und -räte dreimal hochleben. Bürgermeister Herbert Volkamer bedankte sich artig bei den Burschen für die dargebrachten Ovationen und er bekannte: "Mir geht das Herz auf bei dem gemeinsamen Feiern des Kirchweihdienstags". Damit sprach Volkamer vielen Beteiligten und Schaulustigen aus der Seele und alle waren froh, dass die Burschenschaft den Schneid gehabt hatte, das Brauchtums-Spektakel trotz Corona-Beschränkungen stattfinden zu lassen.

Schausteller für 2022 schon bestellt

"Das ist ein Höhepunkt für mich als Bürgermeister und die Bürger", betonte Herbert Volkamer und er äußerte seine Freude darüber, dass Brauchtum und Tradition der Kirchweih zumindest mit Abstrichen gepflegt werden konnte. "Nach einem Jahr Abstinenz haben wir wenigstens den Kirchweihdienstag gerettet", sagte das Ortsoberhaupt und deswegen brachte er ein dreifaches Hoch auf die Historische Burschenschaft aus. "Ich hoffe, dass wir 2022 wieder normal feiern können und habe den Schausteller Braun schon jetzt wieder für die Festwiese bestellt", verkündete Herbert Volkamer. Ungeachtet dessen waren die Eintrommler Theo Wich und Moritz Böhm schon seit Samstag im Dorf unterwegs, um die Kirchweih zu verkünden und sie bewiesen Stehvermögen bis in den frühen Sonntagmorgen.

Dass es zumindest eine kleine Kirchweih in der Vogelsang-Gemeinde gab, war auch dem Sportverein mit seinem Vorsitzenden Thomas Volkamer zu verdanken. Denn der Verein veranstaltete am Samstagabend ein gut besuchtes Standkonzert der Einersheimer Musikanten und am Dienstag feierten hunderte Bürger nach dem Auszug am Sportheim weiter. Für die Kinder gab es noch eine Losbude und Luftballonzielwerfen, sodass die ganze Familie ihren Spaß hatte.