Strahlende Gesichter in der Evangelischen Stadtkirche Kitzingen: Regionalbischöfin Gisela Bornowski ordinierte Pfarrerin Esther Zeiher und Dekanin Kerstin Baderschneider führte sie in ihren neuen Wirkungskreis, die Pfarrstelle Kitzingen III und Hohenfeld, ein. "In Kitzingen hat Frauenpower Einzug gehalten", begrüßte Bornowski die neue Pfarrerin.

Nach ihrem Vikariat in Winterhausen vervollständigt Pfarrerin Esther Zeiher nun das Kitzinger Pfarrteam mit Dekanin Kerstin Baderschneider, den Pfarrern Thilo Koch und Helmut Oppelt sowie Diakon Holger Dubowy-Schleyer. "Wir sind nach zwei Jahren wieder komplett", freut sich Thilo Koch.

Dekanin Kerstin Baderschneider oblag es, die neue Pfarrerin vorzustellen. Aufgewachsen im Erzgebirge habe sie sich nach dem Abitur ein Jahr zu Fuß auf Wanderschaft durch Deutschland begeben – im Vertrauen darauf, dass Gott für sie sorgen werde. Aus dieser für die prägenden Erfahrung heraus erwuchs in ihr beim Studium der Religionspädagogik in Moritzburg die Idee eines Ökumenischen Pilgerwegs durch Mitteldeutschland. Diesen setzte sie in einem Projektjahr um.

Da ihr Mann die Stelle eines Konzertmeisters in Würzburg bekam, folgte der Umzug nach Iphofen. Nachdem sie zunächst erst einmal für ihre beiden Söhne da war, ergab sich für sie die Möglichkeit, am Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach evangelische Religion zu unterrichten. Aufgrund rechtlicher Vorschriften war es ihr aber nicht möglich, dies auch in der Oberstufe zu tun. So startete sie auf dem zweiten Bildungsweg, dazu von Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk ermutigt, die Ausbildung zur Pfarrverwalterin. "Wir können gespannt sein auf die neue Pfarrerin und auf die Ideen, die sie mitbringt", sagte die Dekanin.

"Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr allein lenkt seinen Schritt." Diesen Vers aus der Bibel (Sprüche 16,9) hatte sich Esther Zieher ausgesucht und für Regionalbischöfin Gisela Bornowski war dieser auch Grundlage ihrer Predigt. Bei ihr rufe der Vers erst einmal Widerspruch hervor, bekannte die Regionalbischöfin. "Wozu sich also anstrengen, ist mein Denken und Planen wirklich umsonst?" fragte Bornowski. Sie glaube an einen Gott der Liebe, der Gutes für die Menschen wolle. So werde man irgendwann auch den Sinn hinter allen Ungereimtheiten verstehen, hofft sie. Das Bibelwort sei eine Glaubensgewissheit, die sich erst im Nachhinein bewahrheitet.

Sie erinnerte sich an ihre erste Pfarrstelle, bei der ihr ein Wegbegleiter gesagt habe: "Gott führt Dich den Weg, für den Du Dich entscheidest." Es sei ein Ineinander von Gott und Mensch. Gott traue uns zu, dass wir unseren Weg finden und er sei immer dabei und begleite. Gott sei immer schon da und habe etwas für uns vorbereitet, machte sie Mut.

Als Assistierende hatte sich Esther Zeiher fünf Menschen ausgesucht, die sie auf ihrem Weg zum Dienst in der Kirche begleitet hatten. Segensreiche Worte für ihren weiteren Weg sprachen: Professor Johannes Berthold (Hochschule Moritzburg), Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (Marktbreit), Pater Jesaja (Benediktinerabtei Münsterschwarzach), Pfarrerin Susanne Herms (München), die mit ihr den Weg ins Pfarramt gegangen ist, und Dekanin Kerstin Baderschneider.

Gute Wünsche und herzliche Willkommensgrüße, versehen mit ganz persönlichen Worten, überbrachten die Landessynodale und Landtagsabgeordnete Barbara Becker, Gemeindereferentin Erika Gerspitzer als Vertreterin der katholischen Nachbargemeinde, der Senior des Pfarrkapitels Pfarrer Peter Stier, Vertrauensmann Dieter Brückner, die stellvertretende Landrätin Susanne Knof, Oberbürgermeister Stefan Güntner und der Schulleiter des Egbert-Gymnasiums Markus Binzenhöfer. Musikalisch gestalteten den festlichen Gottesdienst Dekanatskantor Martin Blaufelder, die Sopranistin Anke Hájková Endres, der Geiger TomᚠHájek und Bläser mit.