Bis auf wenige Details ist die Sanierung des Abtswinder Rathauses fertig. Das markante Gebäude in der Hauptstraße ist nun innen und außen ein Hingucker, ein wahres Schmuckkästchen, wie sich beim Besuch zeigt.

„Es gefällt mir sehr gut, es ist wirklich schön geworden. Ich denke, es war kein Fehler, dass wir das angegangen haben“, sagt Bürgermeister Jürgen Schulz mit Blick auf die Veränderungen in den vergangenen gut neun Monaten.

Rund 400 000 Euro hat die Gemeinde investiert, um ihr Amtsgebäude, in dem einst eine Apotheke ihren Platz hatte, wieder auf Vordermann zu bringen. Im Juli, wenn alles fertig ist, will die Gemeinde voraussichtlich zum Abtswinder Brunnenfest einen Tag der offenen Tür anbieten, bei dem sich die Bürger von der Renovierung überzeugen können.

Verewigung in der Theke

Zum ersten Mal seit 1965 wurden die Räume innen erneuert. Das weiß Bürgermeister Schulz, weil sich einer der damals tätigen Handwerker in der Theke praktisch verewigt hat: „Willi Schilling 1965“ hat der damalige Abtswinder Schreiner hinterlassen. Längst nicht nur das Mobiliar wurde verändert in dem Fachwerkhaus in der Ortsmitte, das im Erdgeschoss Platz für die Amtsräume bietet und oben zwei vermietete Wohnungen beherbergt.

Außen erhielt auch das markante Eingangsportal einen neuen Anstrich. Das Haus selbst erstrahlt in Erdfarben, die Fenster wurden mintgrün umrahmt und die Treppenstufen hergerichtet. Nicht nur bei der Farbgebung redeten die Fachleute der Denkmalschutzbehörde maßgeblich mit. Wer die Haustüre öffnet, dem fällt sofort der helle Eingangsbereich auf.

Fachwerk wird betont

Das Weiß an den Wänden betont das Ursprüngliche mit den alten Fachwerk-Holzbalken gekonnt. Gleich neben dem Amtszimmer von Bürgermeister Schulz hat auch die alte Gemeindeglocke wieder ihren Platz gefunden, mit der einst die Neuigkeiten ausgeschellt wurden. Bei den Türen innen hat die Gemeinde extra die passendere, etwas teurere Variante aus Eichenholz gewählt. Die Tür zum Amtszimmer des Ortsoberhaupts hat ein Sichtfenster aus Glas, damit leichter zu erkennen ist, ob und wer draußen steht. Wer wartet, kann auf einem Sofa im Flur Platz nehmen.

Modernes Büro

Drinnen hat Bürgermeister Schulz nun ein zeitgemäßes Büro. Auch hier ist alles viel heller, nicht nur wegen des neuen Beleuchtungskonzepts, das Schulz gefällt. „Die Aktenschränke fehlen noch, die werden nach und nach umgeräumt.“ Gleich daneben wurde eine kleine Teeküche eingerichtet, die Toilette wurde erneuert und um ein Behinderten-WC ergänzt. Das könne künftig auch bei Veranstaltungen im angrenzenden Haus des Gastes mitgenutzt werden, so der Bürgermeister.

Auch im weiter hinten liegenden Sitzungssaal lassen sich die Veränderungen sofort erkennen. Die sperrigen alten Schränke mussten wie die Vorhänge weichen, der gesamte Raum wirkt großzügiger. Dahinter, zum Haus des Gastes hin, ist auch der neue, ebenerdige Zugang so gut wie fertig. Der Bereich für die elektrische Steuerung, die Heizung und die Leitungen wurde neu geschaffen.

Wohnungen wurden ebenfalls saniert

Dazu ließ die Gemeinde die beiden Wohnungen im Obergeschoss ebenfalls sanieren. Außen erfolgten einige umfangreiche Ausbesserungen, um das größte Problem, die Feuchtigkeit in den nicht unterkellerten Bereichen von unten her zu beseitigen. Außerdem mussten am Dachstuhl neue Balken eingezogen werden. Damit hat Abtswind ein schmuckes Amtsgebäude, das für die nächsten Jahrzehnte gewappnet ist.