"Die große Hitze hat gefehlt", fast Thomas Karl Wetterexperte am Amt für Landwirtschaft und Ernährung den Juli zusammen. In der Mainbernheimer Straße in Kitzingen zählte Karl 20 Sommertage über 25 Grad Celsius. Es gab nur einen heißen Tag über 30 Grad, und das war der letzte Tag des Monats. Auf 32,6 Grad ist die Temperatur angestiegen. Abkühlung gab es dagegen am 8. Juli. Nur 8,6 Grad zeigt das Thermometer am Morgen an.

Die Gewitter haben gefehlt

Die Durchschnittstemperatur lag bei 19,8 Grad. Damit war der Juli 1,3 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt. "Allerdings bezieht sich der langjährige Durchschnitt auf die Jahre 1961 bis 1990", erklärt Karl. Würde man den Schnitt von 1991 bis 2020 "wären die Temperaturüberschreitungen nicht so eklatant". Karls Fazit zur Juli-Temperatur. "Es war beständig warm und es gab keine richtig kalte Phase."

Die trockene Phase der vergangenen Monate setzte sich aber fort. "Dabei ist der Juli eigentlich ein regenreicher Monat", sagt Karl. "Aber die Gewitter haben fast komplett gefehlt." Auch wenn oft schwarze Wolken durch den Landkreis zogen, blieb es trocken. An sieben Regentagen hat es gerade mal 14 Liter pro Quadratmeter geregnet. Im Durchschnitt sind es 59,3 Liter. "Das sind 77 Prozent weniger", rechnet Karl vor. Seit Jahresbeginn hat es 288 Liter geregnet, damit fehlen bisher 63 Liter. "Der Juni war feucht, sonst wäre es jetzt ganz schlecht", beschreibt der Fachmann die Lage. 

Die Waldbrandgefahr steigt

266 Stunden schien die Sonne im Juli vom Himmel. Für die Bauern ein Glück, da das trockene Wetter eine "relativ entspannte Getreideernte" ermöglichte. Aber die späten Früchte, wie Mais, Rüben oder Sonnenblumen, bräuchten jetzt dringend Regen. Auch das Grünland hat das Wasser nötig. Durch das trockenen Frühjahr kommt auch kein Wasser aus den tieferen Schichten nach oben. "Futter bleibt also weiter knapp", sagt Karl. 

Sorgen macht er sich auch um den Wald. Die Bäume leiden unter der anhaltenden Trockenheit und die Waldbrandgefahr steigt.