Eigentlich mag der Unterfranke keine „Lobhudelei“. So bezeichnete Walter Kolbow, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Ehrenvorsitzender der SPD in Unterfranken, seine Laudatio auf Frank Hofmann, den scheidenden Bundestagsabgeordneten. „Wir lobhudeln nicht, sondern wir sagen die Wahrheit“, meinte Kolbow. Sein breites Lächeln machte allerdings deutlich, dass die Wahrheit in diesem Fall nicht allzu hart für den Betroffenen ausfiel.

Schon immer habe Hofmann eine gewisse Eigensinnigkeit und Sturheit an den Tag gelegt, stellte Kolbow fest. Diese habe ihm das politische Leben nicht immer einfach, aber doch erfolgreich gemacht. „Es ist die Fähigkeit und Neigung zur konstruktiven Kritik, die es ihm nicht immer leicht gemacht hat“, fuhr Kolbow fort.

Aber die Hartnäckigkeit habe zu so manchem Erfolg verholfen, etwa bei der CDU-Parteispendenaffäre, als Hofmann als Obmann des Untersuchungsausschusses dem damaligen Kanzler Helmut Kohl schwer zusetzte.

Oder als stellvertretender Vorsitzender im Innenausschuss, wo er seine politischen Ziele nie aus den Augen verloren habe. „Die Mainfranken-Kaserne in Volkach lag dir ebenfalls am Herzen, und du hast während deiner gesamten Zeit als Abgeordneter deinen Wahlkreis regelrecht beackert“, so Kolbow.

Wichtig sei auch das Engagement gewesen, das Hofmann gerade für junge Leute an den Tag legte. Unzählige Besuche in Schulen oder die Besuche von Schulklassen in Bonn und Berlin gehörten ebenso dazu wie Hilfe für Schüler, wenn es um Aufsätze oder Referate um Politiker ging. „Da wird so mancher der Schüler mit deiner Hilfe eine Eins bekommen haben“, mutmaßte Kolbow.

Auf den Lippen von Hofmann machte sich dabei ein Lächeln breit. Auch die Arbeit als Bezirksvorsitzender sei nicht immer die schönste, so Kolbow, einer der Vorgänger Hofmanns. „Doch unterm Strich „warst du der richtige Mann an der richtigen Stelle, weil du immer gesprächsbereit gewesen bist.“

Elisabeth Bieber, Ehrenvorsitzende der SPD im Kreis Schweinfurt, sprach von einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit“. Sie erinnerte an das „liebevolle Einfühlungsvermögen“ bei Jubilar-Ehrungen. Die Arbeit als Obmann des CDU-Untersuchungsausschusses „hat uns hier im Unterbezirk mit unendlich viel Stolz erfüllt, und wir haben gesagt: Das ist unser Abgeordneter, einer von uns“. Einsätze der Bundeswehr in Afghanistan „haben dir oft genug schlaflose Nächte bereitet“.

Der so gelobte Frank Hofmann bedankte sich nicht nur bei den Laudatoren, sondern bei allen politischen Weggefährten und den zahlreichen Helfern, ohne die seine Arbeit nicht möglich gewesen wäre. Sei es der Plakatkleber, der in Wahlkampfzeiten unermüdlich unterwegs war, die Kreisvorsitzende, „die mich und meine Mitarbeiterin oft mit Beschlag belegt hat“ oder seine Mitarbeiterin selbst, Maria Söllner. „Du warst meine größte Stütze im Büro, zuverlässig, freundlich und bestimmt.“

Oft genug habe er sie zu den unmöglichsten Zeiten beansprucht, an den Wochenenden oder auch im Urlaub. Immer sei sie für ihn einsatzbereit gewesen. „Eigentlich bin ich ein schlechter sozialdemokratischer Arbeitgeber gewesen“, gestand er ein. Hofmanns Rückblick schloss neben vielen anderen Institutionen auch die Arbeitsagenturen mit ein, „die mir in der großen Schweinfurter Krise vor 20 Jahren sehr gut geholfen haben“. Auch mit Betriebsräten „war die Zusammenarbeit stets gut“.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag widmet sich Hofmann weiter der Aufgabe als Bezirksvorsitzender der SPD. Auch für das geliebte Tischtennis wird nun mehr Zeit sein, sobald er sich nach der anstehenden Hüftoperation erfolgreich auskuriert hat.