Eigentlich begann die Geschichte des Schiffchens Nixe in den späten 50er Jahren. Damals trat sie ihren Fährdienst zwischen Erpel und Remagen über den Rhein an. Später landete sie bei einem Händler in Rotterdam. Die Remager hatten sich ein neues Schiff gekauft und die alte Nixe wollte zunächst niemand haben.

Die plötzliche Sperrung der Alten Mainbrücke in Ochsenfurt wegen verlorener Tragfähigkeit und die Initiative von Boutiquebesitzer Gerhard Lauer brachten das schon betagte Schiff nach Ochsenfurt. Vier Jahre lang tat sie gute Dienste, setzte Tausende in Ochsenfurt über den Main, auch viele Radfahrer.

Inzwischen ist die alte Mainbrücke wieder frei. Wozu brauchen wir da noch die Nixe, fragten sich viele. Doch ein Kreis von Kapitänen, Fährhelfern und Bürgern wollte das Schiffchen nicht aufgeben. Ein Förderverein Nixe wurde gegründet, Sponsoren begeistert. Und so kam es, dass nach umfassender Restaurierung das dritte Leben der Nixe beginnen konnte. Großer Bahnhof für das Schiffchen: Es herrschte Volksfeststimmung an der Anlegestelle der Nixe schon eine halbe Stunde vor ihrer Ankunft und dem Beginn der Feier. Über 300 Ochsenfurter hatten sich zum Neustart der Fähre eingefunden.

Das Bewirtungsteam des Fördervereins hatte alle Hände voll zu tun. Stundenlang riss die Schlange vor dem Steak- und Bratwurststand nicht ab. Neben Limo und Bier wurde hier auch noch eine Spezialität ausgeschenkt: Auf Dosen mit einem Energydrink prangten das Logo der Nixe und der Schriftzug Nixe Power.

Als die Nixe begleitet von vielen Booten der Seglerjungenschaft Nürnberg den Main herauffuhr und festmachte, gab es viel Applaus. Die Ochsenfurter Feuerwehr verschönerte das Spektakel noch durch einen Wasserbogen aus zwei Wasserwerfern, der über der Nixe schwebte. Dort finden zukünftig 18 Mitfahrer Platz an den neu eingebauten Tischen. Genauso viele können auf dem Achterdeck unter der Plane Platz nehmen. Bis zu 45 Personen finden auf der Nixe einen Sitzplatz. Zugelassen ist sie für 99 Fahrgäste, ebenso viele Rettungswesten sind unter den Sitzbänken verstaut.

Die Ehre, bei der ersten Fahrt der Nixe am Ruder zu sein, hatte Hans Schleyer. Der hatte vor fünf Jahren als Fährhelfer auf dem Schiff angeheuert und hat vor zwei Jahren sein Fährpatent gemacht, den „Führerschein“ für die Nixe.

Ab sofort nimmt die Nixe ihren Betrieb zu festen Zeiten wieder auf. Daneben können Längsfahrten für Ausflüge oder Feiern auf dem Main gebucht werden. Die sieben bisher gebuchten „Kreuzfahrten“ führen bis Eibelstadt und Kitzingen.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Nixe-Fest unter wuerzburg.mainpost.de

Nixe-Fährzeiten

Von Mai bis Oktober wird die Fähre zu regelmäßigen Zeiten sowie an besonderen Festtagen verkehren. Die normalen Fährzeiten sind: Dienstag von 13 bis 17 Uhr, Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Kinder von sechs bis 16 Jahren zahlen je Fahrt Jahre 50 Cent, Erwachsene 1 Euro. An den Samstagen werden nach Ende des Fährbetriebs halbstündige Panoramafahrten zwischen dem Hafen und den Mainbrücken angeboten. Hierfür zahlen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren 1 Euro Erwachsene 3 Euro. Außerhalb der Fährzeiten können für Feiern, Betriebsausflüge und andere Anlässe auch Längsfahrten auf dem Main gebucht werden. E-Mail: kontakt@die-nixe.de. oder Tel. (0 93 31) 98 45 200.