Es ging um 333,80 Euro. So hoch war die Rechnung, die eine Dachdeckerfirma aus dem Landkreis  für die Reparatur eines Dachentlüfters gestellt hat. Die Kundin allerdings weigerte sich zu zahlen. Grund: Sie habe nie einen Auftrag zur Reparatur erteilt und nur einen Kostenvorschlag gewollt. Der Dackdecker sprach dagegen von einem "ganz klaren Auftrag". Weil man sich nicht einigen konnte, trafen sich beide Parteien jetzt vor dem Zivilgericht in Kitzingen. Am Ende zahlte die Kundin drauf.

Im Amtsgericht schlug auch der letzte Versuch fehl, beide Parteien zu einer Einigung zu bewegen. "In dem Falll geht es ums Prinzip", sagte der Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebs. Und die Beklagte, in dem Fall die Kundin, bleibt dabei: "Kein Auftrag, kein Geld."   Schnell stellte Richterin Patricia Finkenberger das Scheitern der Güteverhandlung fest. Die Beklagte beantragte weiter die Abweisung der Forderung des Dachdeckers.

Zwei Mitarbeiter vor Ort

Damit ging es zur Beweisaufnahme. Die Dachdeckermeister sagte, die Frau habe angerufen und mitgeteilt, dass ein auf einem Ziegel angebrachte Dachentlüfter defekt sei. Ein Teil davon liege im Garten. Der Dachdecker schaute sich die Sache vor Ort an und stellte fest: Der Entlüfter ist kaputt und muss repariert werden. Er schickte zwei Mitarbeiter los, ließ die Sache in  Ordnung bringen und schickte die Rechnung.

Für den Gechäftsführer war klar, er hatte nach dem Telefonat mit der Frau einen klaren Auftrag. Bei solchen Beträgen sei ein Kostenvoranschlag nicht üblich. "Bei den Kleinbeträgen macht man das gleich", sagte er: "Für mich war das ein klarer Auftrag".

Auftrag eingeräumt

Die Beklagte blieb bei ihrer Kostenvoranschlagsversion. Als sie dann zu Wort kam, war die Sache allerdings schnell vorbei. Plötzlich ging es nicht mehr um den Auftrag selbst, den sie angeblich nicht erteilt hat, sondern um Mängel bei der Ausführung. "Das war scheps, damit bin ich nicht zufrieden", sagte sie. Damit war die Geschichte vorbei. "Die Diskussion ist beendet", sagte Finkenberger. Mit der Aussage über die Qualitätsmängel habe die Frau den Auftrag eingeräumt.

Nach einer kurzen Pause sagte der Anwalt der Frau, dass seine Mandantin die Forderung des Klägers anerkennt. Damit hat sich der Gang vors Gericht nicht gelohnt. Die Frau muss die Rechnung zahlen, Gerichtskosten, vermutlich um die 500 Euro, kommen ebenso dazu wie die Kosten für ihren Anwalt. "Ein klassischer Schuss ins Knie", nannte das einer der Beteiligten am Ende der kurzen Verhandlung.