Es war ein großer Tag für die evangelische Kirchengemeinde Mainstockheim: Am Sonntag wurde der neue Kindergarten feierlich seiner Bestimmung übergeben. Ehrengast war der evangelische Regionalbischof Christian Schmidt aus Ansbach.

In der Kirche St. Jakobus feierte der Bischof mit Ortspfarrer Claus Deininger sowie dem katholischen Diakon Lorenz Kleinschnitz einen Gottesdienst, der von Mädchen und Buben aus dem Kindergarten mit gestaltet wurde. Im Gottesdienst bezog Regionalbischof Schmidt das Motto des Passionssonntags „Gott schaffe mir Recht“ auf die Kinder: Die Kinder hätten Recht auf Zuwendung, Liebe und Fürsorge durch die Erwachsenen.

„Komm bau ein Haus, das uns beschützt“ – der Titel eines geistlichen Liedes, war die Überschrift der Begrüßung von Pfarrer Claus Deininger bei der Segensfeier im Kindergarten. Deininger dankte allen Firmen und auch den Erzieherinnen für ihren Einsatz während der sechsmonatigen Bauzeit. Am Erntedankfest 2011 nahmen die Kinder ihren neuen Kindergarten in Besitz. Ein besonderer Dank galt den Eltern, die die Spiellandschaft für die Kleinkinder mit Unterstützung durch die Fachfirma erstellt hatten. Das habe nicht nur enorme Kosten für die Gemeinde gespart, sondern auch „kreative Lösungen“ in vielen Details ermöglicht, wie Gottfried Schilling als verantwortlicher Leiter der Fachfirma bei seinem Grußwort fest stellte.

Regionalbischof Schmidt bestätigte, dass der Kindergarten nach seiner Sanierung ein „großartiges“ Haus geworden sei. Beim Anblick der Krippenplätze für die Kleinkinder erwachte nicht nur in Schmidt der Wunsch: „Da möchte man selbst noch mal Kind sein.“

Architekt Heiner Roth ging auf den Bau und auf die energetische Sanierung ein, die noch wirkungsvoller ausgefallen sei als von den staatlichen Vorschriften gefordert. Die Barrierefreiheit und der Vorraum für das Abstellen der Kinderwagen sowie die neue Möglichkeit, die Kinder gefahrlos bringen und holen zu können, komme den Eltern und Kindern wesentlich zugute.

Auf das pädagogische Raumkonzept ging Pädagoge und Bauleiter der Räume für die Kleinkinder, Gottfried Schilling ein. So bedeute es für die Kinder eine große Anforderung, den dreidimensionalen labyrinthartigen Raum mit seinen Möglichkeiten zu erfassen. Die Dankesworte der Kindergartenleiterin Ute Sycha bezogen sich auf alle Verantwortlichen. Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs ging auf die Finanzen ein. Noch bei der Sanierung und Erweiterung 1991 hatte die evangelische Kirche etwa ein Drittel der Kosten übernommen. Bei der aktuellen Sanierung seien es 117 000 Euro von der evangelischen Ortsgemeinde. Das sei eine stolze Leistung für die doch recht kleine Gemeinde. Fuchs dankte der evangelischen Landeskirche für die 75 000 Euro Zuschuss, wenngleich er deutlich mehr erwartet hätte. So musste die politische Gemeinde einspringen und ihren Anteil um über 100 000 Euro erhöhen. Das sei für eine finanziell schwache Gemeinde kaum zu leisten. So sei nun für einige wichtige aktuelle Projekte kein Geld mehr da. Der Bürgermeister bat in diesem Zusammenhang die ebenfalls anwesende Landrätin Tamara Bischof um Hilfe, wenn es beispielsweise jetzt um die Kosten für die Schulsanierung gehe.

Einen schönen Abschluss brachte Diakon Kleinschnitz zusammen mit Kirchenpfleger Klaus Brönner und Gaby Hofmann von der katholischen Schwestergemeinde St. Gumbert. Trotz ihrer geringen Größe und wenigen Finanzen überreichten sie einen Scheck über 1000 Euro als Beitrag der katholischen Gemeinde. Durch die gute ökumenische Zusammenarbeit profitieren auch die katholischen Kinder von dem neuen Kindergarten.

Zahlreiche Mainstockheimer, vor allem Familien, nutzten den Tag der offenen Tür am Nachmittag zur Besichtigung der neuen Räume sowie zum Einkauf im Osterbasar.