Corona-Schnelltests unter medizinischer Aufsicht können nun auch in Wiesentheid gemacht werden. Wie andere Apotheken und Stellen im Landkreis, bieten dort sowohl die Franconia-, als auch die Marienapotheke, den Service an. Dort kann sich jeder Bürger einmal pro Woche unentgeltlich testen lassen. Die Tests bezahlt der Staat, sie gelten zwei Tage.

„Das steht jedem laut der Testverordnung des Bundes zu. Damit will man das Infektionsgeschehen besser unter Kontrolle halten und die positiven Fälle schneller heraus zu filtern“, erklärt Dr. Klaus Kolbert die Idee dahinter. Der Mediziner vom Wiesentheider Hausarztzentrum ist der koordinierende Impf-Arzt im Landkreis Kitzingen. Die Franconia-Apotheke kooperiert dabei mit dem Hausarztzentrum, das ein Stockwerk höher im selben Gebäude seinen Sitz hat. Auf dem Parkplatz davor haben beide eine Teststrecke um einen eigens gemieteten Container herum geschaffen.

Der Test dort geht relativ schnell. Doch ohne Anmeldung läuft nichts. Der Interessent kann sich über mehrere Möglichkeiten melden: Zum einen über das Internet und die eigens eingerichtete Seite www.apo-schnelltest.de/franconia-apotheke-wiesentheid . Zum anderen ist es mit einem QR-Code möglich, der sich über das Smartphone einscannen lässt. Der Code ist an mehreren Stellen zu sehen, wie etwa auf dem Banner am Container vor der Apotheke. Beim Anmelden können die Testwilligen die für sie passende Zeit aus den Vorgaben auswählen. Wer kein Internet hat, kann  in der Franconia-Apotheke anrufen. Das Personal dort stimmt die Termine mit dem Betreffenden ab und klärt auf, auf was sonst noch zu achten ist.

Anmeldung mit Smartphone, online und per Telefon

Wer sich per Handy zum Test anmeldet, zeigt vor Ort die Bestätigung vor. Sie enthält einen weiteren QR-Code. „Es muss sichergestellt sein, dass es auch derjenige ist, der sich angemeldet hat“, erklärt Kolbert die Vorgehensweise.

Entnommen wird dann am Container ein Abstrich in Mund und Nase. „Das ist ein zertifizierter Schnelltest, der von geschultem Personal abgenommen wird“, sagt der Mediziner weiter. Innerhalb von 15 Minuten bekommt der Patient das Ergebnis auf sein Handy übermittelt. Ein Vorteil sei, dass derjenige schnell Bescheid wisse und sich gegebenenfalls gleich isolieren könne. Bei einem PCR-Test dauere es 24 Stunden bis zum Ergebnis, in der Zeit könne ein Positiver eventuell weitere Personen anstecken.

120 Test am Tag sind möglich

Die Tests finden bewusst nicht in der Arztpraxis statt, was Medizinern und  Patienten lieber ist. „Man fängt immer mal einen, der positiv ist“, sagt Kolbert. Also ließ Apotheker Johannes Lechner am Ärztehaus in Wiesentheid extra den Container aufstellen. In diesem warteten am ersten Tag mit Ina Feuerbach und Stefan Bauer eine junge Ärztin und ein Medizinstudent auf die angemeldeten Personen. Die beiden Mediziner sind normalerweise nebenan im Ärztehaus und teilen sich mit anderen Bediensteten den Dienst für die Abstriche. Zum Start herrschte schon Betrieb.

Etwa 120 Personen am Tag können getestet werden. "Das ist für einen Ort wie Wiesentheid ganz schön viel", sagt Klaus Kolbert. Praktisch sei der Test, weil man auf das schnelle Ergebnis warten könne. Aus Vorsicht, oder auch um in manche Einrichtungen zu gehen, kommen die Leute. So ließ sich eine Frau testen, weil in der Kindergartengruppe ihres Kindes in Fall aufgetreten sei. Man wolle ja schließlich sicher gehen.

Schnelltests im Landkreis

Diese Apotheken bieten schon Schnelltests an (Stand: 16. März)  Marien-Apotheke Wiesentheid, Weingarten-Apotheke Dettelbach, Adler-Apotheke Marktbreit, Marktstefter Apotheke und die Schloss-Apotheke Marktbreit. Teilweise wird aber erst nach Ladenschluss getestet.
Diese Apotheken planen, die Tests anzubieten: Apotheke am Markt Schwarzach, Apotheke im E-Center Kitzingen, Sternapotheke Kitzingen, Riemenschneider-Apotheke Volkach.
Beim BRK in Volkach, an der Teststrecke in Albertshofen und im Corona-Schnelltestzentrum Kitzingen in den Marshall-Heights sind die Schnelltests ebenso möglich. Infos dazu auf  www.corona-test-kitzingen.de/antigen-schnelltest
Vorrichtungen für die Tests zu schaffen und sie dann zu machen, sei für die Apotheken relativ aufwändig, sagt der Dettelbacher Apotheker Bernward Unger, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Neben den räumlichen Möglichkeiten brauche man unter anderem Personal, Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel. Dazu komme eine aufwändige Dokumentation. Dass die Schnelltests über die Apotheken laufen, zeige für Unger wieder, "wie wichtig Apotheken für das Gesundheitswesen in Deutschland sind".
Quelle: ast