In den Schwimmbädern gelten eingeschränkte Besucherzahlen und strenge Corona-Auflagen. Am Main und an den Badeseen drängen sich dagegen bei schönem Wetter viele Menschen am, im und auf dem Wasser . Doch auch dort gelten Corona-Beschränkungen, die man kennen sollte. Denn sie werden auch kontrolliert. Werden die Regeln nicht eingehalten, kann ein Bußgeld drohen.

Abstand halten ist Pflicht

An Flüssen und Seen gelten bezüglich Corona "dieselben Regeln wie andernorts im öffentlichen Leben", erklärt ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums – also  Kontaktbeschränkungen und das Abstandsgebot von 1,50 Metern . Er erklärt außerdem, dass das Feiern und Grillen auf öffentlichen Plätzen "unabhängig von den anwesenden Personen" untersagt ist.

Die Auflagen für Schwimmbäder scheinen da strenger. Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums erklärt dazu: "Die Auflagen für Schwimmbäder und Badeseen sind an die jeweiligen Umstände angepasst". In Schwimmbädern bestehe ein "höherer Regulierungsbedarf", da sich dort tendenziell viele Menschen auf begrenztem Raum oder sogar in geschlossenen Räumen aufhalten. An Ufern von Flüssen und Badeseen verteilen sich die Besucher auf ein "weitläufigeres Areal", wie der Sprecher erklärt. Abstands- und Hygieneregeln seien jeweils einzuhalten.

Allerdings tummelten sich unter anderem am Baggersee in Schweinfurt am vergangenen Wochenende viele Menschen bei sommerlichen Temperaturen. Es sei die Sache der Polizei zu kontrollieren, ob sich die Bevölkerung an die Corona-Regeln halte, erklärt Kristina Dietz von der Stadt Schweinfurt. Sofern es sich bei dem Gewässer um Stadtgebiet handele – das ist beim Baggersee der Fall – sei zusätzlich die Stadt zuständig.

Wer sich nicht an die Corona-Regeln hält, dem droht ein Bußgeld. "In der Regel werden 150 Euro erhoben", erklärt Dietz. Weitere Anordnungen, wie eine Sperrung bei zu viel Betrieb, seien ebenfalls möglich. Was die aktuellen Kontaktbeschränkungen am Baggersee anbelangt, "konnten bisher keine Verstöße festgestellt werden", sagt Dietz. Die Bevölkerung verhalte sich "sehr vorbildlich".

Kontrollen durch Platzwart und Kreiswasserwacht

Ähnlich ist die Situation an den Erlabrunner Badeseen, wie das Landratsamt Würzburg mitteilt. Allerdings tummelten sich in der Naherholungsanlage am vergangenen Wochenende Tausende, oft ohne den geforderten Abstand. Die Kontrolle der Regeln erfolge durch den Platzwart, der am Wochenende und in der Ferienzeit durch die Kreiswasserwacht unterstützt werde. "Sofern notwendig" werden die Gäste auf die Regeln hingewiesen. Ändern sie ihr Verhalten danach nicht, werde die Polizei gerufen. Das sei allerdings bisher noch nicht vorgekommen. 

Die Gäste seien "sehr dankbar", den Badesee nutzen zu können, ohne sich vorher anmelden zu müssen. Bisher seien "nur sehr wenige" Hinweise nötig gewesen. 

Eng ging es auch am Ufer des Altmains bei Nordheim (Lkr. Kitzingen) zu. Das Ufer sei kein Badestrand, sondern lediglich eine Liegewiese mit Kanu-Anleger, erklärt Bürgermeisterin Sibylle Säger. Am vergangenen Wochenende war es dennoch voll. Zwar gelten auch dort die  Kontakt-, Hygiene- und Abstandvorschriften, viele Leute halten sich aber nicht daran, wie Säger sagt: "Die Unvernunft wird immer größer." Es sei definitiv zu voll dort, sie verstehe die Leute nicht. 

Sie selbst spreche immer wieder Leute an, "aber ohne Erfolg", sagt Säger. Mehr Befugnisse habe sie nicht. Für die Kontrollen zuständig sei die Polizei, die auch immer wieder vor Ort sei und beispielsweise Gruppenbildungen auflöse. Das sei nicht nur in Nordheim so – der gesamte Altmain sei überlaufen, erklärt Säger.

In Randersacker (Lkr. Würzburg) gebe es zwar eine flache Stelle, an der man gut in den Main könne, das sei aber "keine offizielle Badestelle", erklärt Roland Drexel, der geschäftsleitende Angestellte der Gemeinde. "Eine Kontrolle von unserer Seite wird nicht durchgeführt", erklärt er in Bezug auf die Corona-Regeln. Die Polizei sei in diesem Bereich aber "sehr präsent" und kontrolliere immer wieder. 

Viren werden im Wasser verdünnt

Das Risiko, sich über das Wasser mit Corona zu infizieren, werde "als gering angesehen" erklärt ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Im Wasser werden möglicherweise auftretende Viren "stark verdünnt". Infektionen über Tröpfchen, Aerosole oder möglicherweise kontaminierte Oberflächen sollen durch Abstands- und Hygieneregeln vermieden werden.