Normalerweise sind die Stadtratssitzungen in Marktsteft sehr gut besucht - am Dienstagabend fehlten die Zuschauer in der alten Turnhalle jedoch gänzlich. Angesichts der steigenden Coronazahlen im Landkreis hatte sich Bürgermeister Thomas Reichert "kurzfristig entschlossen, ganz ohne Öffentlichkeit zu tagen", eine Ausnahme war die Presse. Dabei sei sogar die Frage gestellt worden, die Sitzung komplett ausfallen zu lassen, da im Saal die geforderten Abstände gerade so einzuhalten waren. "Aber wir Marktstefter sind da hart", so Reichert, der denn stündliche Lüftungspausen anwies.

Wie bereits vor gut einem halben Jahr informierte Werksleiter Hermann Löhner von der Fernwasser Franken über das laufende Wasserrechtsverfahren der Brunnen in Marktsteft und Sulzfeld. Der weitgehend deckungsgleiche Vortrag galt vor allem der Information der neuen Räte.

Wie bereits vor einigen Monaten befürchten die Marktstefter durch die neue Wasserentnahmegenehmigung weitere Einschränkungen in der Stadt durch Verschärfungen der Bestimmungen in den Wasserschutzzonen. "Wir sind hier gebrannte Kinder", sagte Dirk Albrecht, denn die Auflagen für die Kontrolle der Abwasseranlagen ist hier deutlich höher, als außerhalb von geschützten Bereichen. Diese Auflagen werden aber nicht von der FWF festgelegt, sondern vom Gesetzgeber. Dort müsse die Stadt auch ansetzen, sagte Löhner, der Transparenz von seiner Seite versprach, die auch durch Besuche und Informationen in Ratssitzung deutlich werden solle.

Häckselplatz muss verlegt werden

Auch wenn es anfangs für die Stadt ein wenig teurer wird, als die Gasversorgung, die Räte stimmten dennoch dem Abschluss eines Vertrags für den Anschluss an ein Nahwärmenetz zur Versorgung von Mehrzweckhalle, Schule und Kindergarten zu. Wie berichtet, will ein Privatunternehmen im geplanten Mischgebiet auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Vogel eine zentrale Heizanlage errichten, um das Gebiet selber, aber auch Firmen und Wohnhäuser im Umfeld mit Wärme zu versorgen. Auf Dauer verspricht sich die Stadt deutliche Ersparnisse, da keine neuen Heizanlagen angeschafft werden müssen und auch Wartungsarbeiten entfallen.

Wegen eben diesem neuen Mischgebiet muss der Häckselplatz verlegt werden. Als Alternativen stellte Reichert eine Koordination mit der Stadt Marktbreit an der Gemarkungsgrenze oder einen eigenen Platz unterhalb der Kläranlage Michelfeld am Traugraben vor. Nun sollen erst einmal die Kosten für beide Varianten ermittelt werden.

Wenn die Coronaampel wieder auf Grün springt, dann dürfen die Sänger des Männergesangvereins Michelfeld wieder im Schulhaus proben und das im großen Saal und bis Ende 2021 auch kostenfrei. Möglich werden auch Privatvermietungen des Saales und des Kellers der Präparatenschule in Marktsteft – nach Erarbeitung eines Hygienekonzepts.

Lindenallee ist kein Naturdenkmal mehr

Das Naturdenkmal Lindenallee in der Marktbreiter Straße verliert seinen Schutzstatus. Gründe dafür sind einmal die vielen neuen Bäume, die seit 1941 gepflanzt wurden und die Tatsache, dass die Kanalarbeiten einige Bäume stark geschädigt haben. Mit Aufhebung des Schutzstatus kann die Stadt nun Bäume entnehmen und neu pflanzen, der Charakter einer Allee soll erhalten bleiben.

Noch diskutierten die Räte nicht über Steuer- und Gebührenerhöhungen zur Reduzierung des Haushaltdefizits, da Zahlen aus der Kämmerei fehlten. Im Fokus steht dabei auch der Kindergarten, dessen Zuschussbedarf von den Räten als sehr hoch angesehen wird. Pragmatischer Vorschlag von Bernhard Etzelmüller: "Wir müssen einfach weniger ausgeben."

Das war fast schon zu erwarten: Die Aufhebung des Harzverbots bei Handballspielen in der Mehrzweckhalle wird ab dem 30. November widerrufen. Denn die vom Verein versprochenen Reinigungsarbeiten am Hallenboden liefen nicht zufriedenstellend, zudem wird der Boden vom Reinigungsmittel angegriffen. Und fast noch schlimmer: Sowohl der SV Michelfeld, als auch der TV Marktsteft machen sich gegenseitig Vorwürfe über die Ursachen.