Die Lockdown-Regeln: streng. Oder, um es etwas umständlicher zu sagen: Die bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen hatten es in sich. Zumal sie ja auch ständig angepasst wurden und es immer – je nach den aktuellen Entwicklungen – wieder neue Fassungen gab. Klar ist aber auch: Wer dagegen verstieß, musste mit einem Bußgeld rechnen. Im Landkreis Kitzingen wurden seit Anbeginn der Corona-Krise bis einschließlich Anfang dieser Woche 411 entsprechende Verstöße geahndet, so das Ergebnis einer Anfrage dieser Redaktion im Kitzinger Landratsamt.

Der Weg ist dabei immer gleich: Die Polizei nimmt zunächst die Anzeige auf. Wobei laut Polizei-Chef Markus Hack in den vergangenen Wochen nicht immer gleich hart durchgegriffen wurde. Die Beamten seien durchaus mit Fingerspitzengefühl vorgegangen und hätten im Zweifelsfall eher noch einmal erklärt als bestraft, so der Polizeidirektor.

Wenn es dann doch eine Anzeige gab, landete diese automatisch auch im Landratsamt. Dort wurde dann entschieden, wie hoch die Ahndung ausfällt. Nach Auskunft des Landratsamtes wurde dabei aber nicht nach Orten sortiert. Generell hätten "Verstöße im ganzen Landkreis stattgefunden". Mögliche "Hotspots" habe man dabei aber "nicht ausgemacht". Zu berücksichtigen sei zudem, dass "auch solche Verstöße geahndet wurden, die zwar im Landkreis begangen wurden, die Beschuldigten aber außerhalb des Landkreises wohnen".

Die Höhe der Geldbußen

In manchen Fällen waren auch Gruppen von beispielsweise zehn Personen betroffen, als dies noch nicht erlaubt war. Hier habe jeder Einzelne dann auch mit einem Bußgeld rechnen müssen.

Statistisch noch nicht ausgewertet wurde, welche Größenordnung die 411 Geldbußen ausmachen. Laut Landratsamt habe es sich aber "in den meisten Fällen um Bußgelder in Höhe von 150 Euro" gehandelt. Verstößt allerdings jemand zum wiederholten Male gegen Vorschriften, verdoppelt sich der Betrag. In wenigen Einzelfällen wurden bei gewerblichen Verstöße höhere Bußgelder festgesetzt: etwa 500 Euro, einmalig auch im unteren vierstelligen Bereich.