Disneys "Mulan" würde jetzt gerade laufen. Und der neue James Bond war mit "Keine Zeit zu sterben" auch schon im Anmarsch. Doch nun heißt es wegen der Corona-Pandemie und der Ausgangsbeschränkung: Die Leinwand bleibt schwarz, der Kinobetrieb im Cineworld im Mainfrankenpark ist vorübergehend eingestellt. Viele Filme wurden verschoben – ohne neuen Starttermin. Den Filmverleihern geht es wie allen anderen auch: Es lässt sich einfach nicht einschätzen, wie es weiter geht.

Eine solche Situation gab es noch nie, der Anblick ist gewöhnungsbedürftig: "Das leere Foyer macht uns traurig und ist frustrierend", betonen Theaterleiterin Julia Michel und ihr Vater und Mitinhaber Lothar Michel. Acht Säle, 2400 Sitzplätze – und eine gespenstische Ruhe. Als Ministerpräsident Markus Söder den Katastrophenfall verkündete, wurden in dem Multiplex-Kino "sofort alle nötigen Schritte zur Schließung des Hauses in die Wege geleitet", betonen Vater und Tochter.

Zudem betonen beide: "Wir hatten schon seit Anfang März weitreichende Sicherheitsvorkehrungen für unsere Gäste und Mitarbeiter getroffen." Das Verständnis, nun ganz die Türen zu schließen, ist aber da: "Um die Pandemie einzudämmen, sind Maßnahmen zur Schließung von Versammlungsstätten unausweichlich und sinnvoll."

"Verträgliche Lösungen finden"

Was die Mitarbeiter anbelangt, sei man dabei, "für alle Beteiligten verträgliche Lösungen zu finden". Welcher Schaden am Ende insgesamt durch die Schließung entstehen wird, sei "im Moment noch nicht abzusehen". Dass es "ein erheblicher Schaden" sein wird, stehe aber fest.

Was davon ersetzt wird? Wie das genau mit der Abwicklung läuft? "Das können wir noch nicht sagen, dazu wissen wir zu wenig Konkretes", betonen die Betreiber. Ihre Befürchtung ist aber, "dass die Ausfälle nicht annähernd zu kompensieren sind".

Einer hält im Geisterkino die Stellung

In dem Geisterkino selber ruht die Arbeit zumindest nicht ganz: Die technischen Anlagen müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden, um noch mehr Schaden abzuwenden. Am Donnerstag folgte dann der vorerst letzte Schritt bei der Stilllegung: Um das Team zu schützen, wurde auch die Verwaltung geschlossen. Lothar Michel wird tapfer die Stellung halten und hat dabei immer die Vorstellung vor Augen, "wieder öffnen zu können und viele Gäste bei uns im Kino begrüßen zu dürfen".