Am Abend vor der Beerdigung von Albrecht Fürst zu Castell-Castell begleiteten mehrere hundert Trauernde in Castell die Überführung des Fürsten vom Schloss zur Kirche. Der Sarg des am Montag verstorbenen Oberhaupts der Adelsfamilie wurde zunächst von den Enkeln in den Schlosshof getragen, später dann zur Kirche. Dort ist er die Nacht über in der offenen Kirche aufgebahrt, eine Ehrenwache steht die Nacht über am Sarg.

Die Zeremonie war in vielem an den Auszug der Casteller Bürgerwehr angelehnt, wie er alljährlich am Kirchweih-Dienstag statt findet. Dabei zieht die Bürgerwehr unter Klängen der Trommler und der Musik ins Schloss ein, um den Fürsten abzuholen und dann weiter zur Kirche zu laufen. Zunächst war der Trauerzug mit der gesamten Familie und den Angehörigen in den Schlosshof gezogen. Enkel des Fürsten trugen das Kreuz, wie auch die Orden.

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Im Hof, wo die Bevölkerung wartete, wurde der Sarg für eine Weile aufgestellt, die Bürger in Frack und Zylinder marschierten zusammen mit den Gemeindevertretern ein. Der Casteller Männergesangverein trug mit „Harre, meine Seele“, und später „So nimm denn meine Hände“ vor. Schließlich ging es gemeinsam den Berg hoch zur Grafschaftskirche, in der der Sarg vor dem Altar aufgebahrt wurde. Dekan Günther Klöss-Schuster hielt eine kurze Andacht. „In aller Stille besteht nun die Möglichkeit, Abschied zu nehmen“, leitete er den Schluss ein. Das taten die Gekommenen dann in aller Ruhe.

  • Castell trauert um seinen Fürsten

Am Freitag (11 Uhr) beginnt die Trauerfeier in der Casteller Kirche. Anschließend wird Albrecht Fürst zu Castell-Castell beerdigt.