Eine ungewöhnliche Situation ergab sich in der Sitzung des Casteller Gemeinderats. Gleich zwei Projekte zum Thema Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen standen im Rat zur Abstimmung – und beide wurden abgelehnt. Während eine der Anlagen deutlich durchfiel, wurde die zweite, die in der Nähe des Ortsteils Greuth geplant war, bei Stimmengleichheit von vier zu vier Stimmen abgelehnt.

Das Thema Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen hatte den Casteller Gemeinderat im Vorjahr intensiv beschäftigt. Das Gremium erstellte eigens einen Kriterienkatalog für die Anfragen. Darin hieß es unter anderem, dass die Gesamtfläche für Fotovoltaik auf dem Gemeindegebiet nicht mehr als 65 Hektar betragen solle. Letztlich wurden drei Anlagen genehmigt, die insgesamt rund 57,5 Hektar groß sind.

Die neuen Anträge sahen nun eine Anlage mit der Größe von rund fünf Hektar im Bereich am Trautberg vor, sowie eine weitere in der Gemarkung des Ortsteils Greuth mit einer Fläche von 7,2 Hektar. Im Falle einer Genehmigung von beiden läge man also bei einer Gesamtfläche von 70 Hektar. Bürgermeister Christian Hähnlein stellte anfangs heraus, dass die Kommune ihre getroffenen Festlegungen nicht lockern wolle.

Ein Projekt sollte die Anlage am Trautberg vergrößern

Die beiden Interessenten stellten ihre Projekte in der Sitzung selbst vor. Die erste, fünf Hektar große Anlage am Trautberg, war in direkter Nähe zu zwei dort bereits genehmigten vorgesehen. Der Betreiber berichtete, dass er in Verhandlungen mit den Betreibern stehe, ob diese ihre Anlage vergrößern. Er wolle vom Gemeinderat wissen, ob dieser hinter einer möglichen Vergrößerung stünde. Ein Zusammenschluss mit den bestehenden wäre ein Kompromiss, den er sich vorstellen könne, meinte dazu etwa Ratsmitglied Volker Hartmann.

Beim zweiten Projekt handelte es sich um eine Fläche in Greuth, unweit der Straße nach Rüdenhausen. Das Grundstück liegt unmittelbar neben einem dort anvisierten Gewerbegebiet. Der Planer stellte das ganze vor. Bürgermeister Hähnlein wies darauf hin, dass es für Castell die erste Fläche sei, die mitten in der Natur liege. Zum jetzigen Zeitpunkt tue man sich schwer mit der Genehmigung, hieß es. Diese Anfrage sei jedoch früher eingegangen, wurde angeführt. Außerdem wäre dann auch der dritte Gemeindeteil berücksichtigt. Letztlich nutzte aber alles nichts, beide Anlagen wurden abgelehnt.