2016 wird dem Casteller Domänenamt in vielfacher Hinsicht in Erinnerung bleiben. Das ließ sich den Berichten der Spartenleiter für Landwirtschaft und Weinbau beim traditionellen Abschluss der Casteller Betriebe entnehmen.

Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell bedankte sich bei seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz im Unternehmen, aber auch für die Anteilnahme am Tod seines Vaters Albrecht Fürst zu Castell-Castell im Mai diesen Jahres.

Zunächst gab der neue Weingutsleiter Björn Probst einen Überblick über die Lese und die Aussichten des Weinjahrgangs. 2017 stehen nach seinen Worten wichtige Weichenstellungen an, etwa zur Frage der Bewässerung der Weinberge oder zur Frage, welche Rebsorten zukünftig angebaut werden sollen. Im Weinkeller sei das Projekt Füllanlage abzuschließen, danach wolle man die Erneuerung der Fasskeller angehen, so Probst.

Ernteausfälle durch Spätfröste

Im Weinbau sei das Jahr „gespickt von Herausforderungen“ gewesen, der Einsatz sei aber belohnt worden mit reifen, gesunden und aromareichen Trauben. Spätfrost habe Ende April den Reben zugesetzt und vor allem beim Traminer für hohe Ertragsausfälle gesorgt. Winzermeister Peter Hemberger erwähnte später, dass die Casteller beim Gewitter mit Hagel Anfang Juni mit einem „blauen Auge“ davon gekommen seien.

Ein „Turbo-August“, so Probst, führte zunächst dazu, die Vorbereitungen für die Weinlese zu beschleunigen. Nach sieben Wochen nahezu ohne Regen und mit Temperaturen bis zu 38 Grad brachte der 18. September dann den lange ersehnten Niederschlag mit 38 Litern. Es folgte eine ungewöhnlich lange Weinlesezeit mit als sieben Wochen.

100 Weine eingelagert

Winzermeister Peter Hemberger bilanzierte einen Durchschnittsertrag von guten 75 Litern pro Hektar mit einem Mostgewicht von 84 Grad Öchsle, das sei „ein guter und marktgerechter Jahrgang.“ Kellermeister Christian Frieß bilanzierte mit seiner Mannschaft eine Erntemenge von fast 741 Tonnen für die Domäne Castell, hinzu kamen gut 524 Tonnen für die Erzeugergemeinschaft. Etwa 100 verschiedene Weine wurden eingelagert.

Im Bereich Landwirtschaft sprach Landwirtschaftsmeister Rudolf Falkenstein beim Getreide und beim Raps von einem insgesamt guten Wachstum. Das Wetter und die Begleitumstände machten es auch für die Landwirtschaft nicht einfach, beim Raps blieb die Erntemenge mit 4,5 Tonnen bei der Hälfte des Ertragspotenzials. Die Weizenernte habe dagegen mit einem Durchschnitt von 8,5 Tonnen außergewöhnlich hoch gelegen.