Das Alter ist egal. Die Figur auch. Leidenschaft wäre gut. Es darf auch gerne frech und sexy sein. Flirten? Verführung? Gerne! Mit Pose gekonnt in Szene setzen – sogar auf High Heels. Die Hüllen fallen nicht. Was nicht ausschließt, dass der eine oder andere Handschuh verführerisch ausgezogenen wird.

Wie das alles geht, weiß Petra Schmitt aus Volkach nur zu gut. Es war Anfang der 90er Jahre, als die Volkacherin zunächst den orientalischen Tanz für sich entdeckte. Der Beginn einer Leidenschaft, die sich immer mehr ausbreitete: Die Volkacherin ließ sich ausbilden, wurde Profi-Tänzerin und begann schließlich selbst zu unterrichten.

Dann trat eine neue Passion in ihr Leben: der Burlesque-Tanz. Zu diesem Zeitpunkt stand neben „Schmitt“ bereits ein Künstlername auf dem Klingelschild: Lady Bahiga.

„Ein Funke des Verbotenen.“
Lady Bahiga über Burlesque

Ein ausgefallener Künstlername gehört in der Burlesque-Szene zwingend dazu. Ebenso ausgefallene Kostüme. Und: Jede Künstlerin erfindet sich selbst. Die eigene Kreation ist sozusagen das Markenzeichen. Der Bandbreite des Gezeigten sind kaum Grenzen gesetzt.

Grenzenlos – das gilt auch für die geschichtliche Entwicklung von Burlesque, das übersetzt übrigens so viel wie komisch oder auch possenhaft heißt. Wer sich darauf einlässt, wird irgendwann zwischen Pin-up-Dance und New Burlesque unterscheiden und schnell merken, dass das Ganze eine Wissenschaft für sich ist.

Wobei man alles, um die Sache nicht zu kompliziert zu machen, auf zwei einfache Fragen reduzieren könnte: Wie komme ich vorteilhaft rüber? Wie muss ich mich bewegen, um frech, erotisch und neckisch zu sein – und nicht peinlich-plump?

Burlesque ist der Tanz der Weiblichkeit: Eine Frau bewegt sich für einen Mann. Man könnte sagen: als Geschenk. Dabei muss die Frau weder besonders jung noch besonders schlank sein – sondern einfach so, wie sie ist. Worauf es ankommt: Mit Witz möglichst viel Vergnügen zu bereiten, zu amüsieren. Pompös und schillernd. Sich dabei selbst nicht ganz ernst nehmen.

Und, ganz wichtig: Mit Striptease hat Burlesque so viel zu tun wie, sagen wir mal: Lothar Matthäus mit Enthaltsamkeit.

Lady Bahiga nennt den Tanz „gelebte Weiblichkeit“, deren Ikone übrigens im Moment Dita von Teese ist. Bei der einen wie bei der anderen fallen die Hüllen niemals, aber „ein Funke des Verbotenen“ darf es dann aber doch sein.

Genau dieser Reiz ist es wohl, der viele Frauen dazu bringt, regelmäßig an Burlesque-Workshops in Volkach teilzunehmen. Das Ganze mündet einmal im Jahr im Oktober in einem Auftritt aller Teilnehmerinnen im Volkacher Pfarrheim.

Das nächste Projekt von Lady Bahiga ist bereits in Planung: In Zusammenarbeit mit der gehobenen Gastronomie soll ein opulentes Menü serviert werden – garniert mit leckeren Burlesque-Auftritten zwischen den Gängen.

Mehr Infos im Internet unter www.bahiga.de sowie unter Tel. (09381) 84 73 99. Sowohl im Bürgerspital Volkach als auch im Pfarrheim Obervolkach finden regelmäßig verschiedene Kurse statt.