Volles Haus in Neuses am Berg: Das Bauvorhaben "Wohnen am Weinkrug" bewegt die Menschen im Dettelbacher Stadtteil. Zur Bürgerversammlung mit einer erster Vorstellung des Projekts kamen 65 Bürgerinnen und Bürger. Dazu hatten sie einige Fragen an Bürgermeister Matthias Bielek, die Planer und Vermarkter.

Eingangs betonte Bürgermeister Bielek, dass die Stadt zu dem Thema "so transparent und offen wie möglich" mit den Neusesern diskutieren wolle. Es stehe längst nicht alles fest, man sei mit dem Ganzen in einem sehr frühen Stadium. Dass das Projekt im Stadtrat bereits ausführlich vorgestellt wurde, bevor die Bürgerinnen und Bürger im Ortsteil dazu informiert wurden, "das nehme ich auf meine Kappe", entschuldigte Bielek sich.

Bei dem Bauvorhaben geht es darum, dass auf einem 4500 Quadratmeter großen Grundstück im kleinen 380-Einwohner-Dorf ein Wohngebiet mit etwa acht Häusern entstehen soll. Die brachliegende Fläche befindet sich zwischen der Bocksbeutelstraße im Süden und den Weinbergen im Norden. Sie liegt zwischen dem Ortskern und der Siedlung.

Acht Gebäude mit 25 bis 30 Wohneinheiten

Die Investoren haben mit "Wohnen am Weinkrug" bereits eine Firma gegründet, bei der der Würzburger Immobilien-Entwickler Frederic Reizel als Geschäftsführer fungiert. Geplant wird das Ganze vom Südtiroler Büro, der Architekturwerkstatt D'Alberto. In der Versammlung hieß es, dass acht Wohngebäude mit 25 bis 30 Wohneinheiten entstehen sollen, bei einer zweigeschossigen Bauweise plus Dachgeschoss. Sie sollen sich in die bestehende Bebauung einpassen, betonten die Planer. Sie seien für Anregungen aufgeschlossen. "Was würde passen?", fragte Architekt Helmut Gamper den voll besetzten Saal.

Die Bürgerinnen und Bürger hatten einige Fragen und Anmerkungen. So sorgte sich nicht nur Max Schimmel um das Thema Trinkwasser. Bürgermeister Bielek wies darauf hin, dass die Stadt zur Sanierung und Sicherung der Quellen bei Neuses 600.000 Euro freigegeben habe. Günter Dosch sorgte, "dass sich die Investoren eine goldene Nase verdienen und wir alle zahlen." Was ist, wenn Neuses in zehn Jahren 800 oder mehr Einwohner habe, stellte er in den Raum.

Ein Bebauungsplan könnte im Frühjahr 2023 stehen

Angesprochen wurden Themen wie Beheizung, Parkplätze, Energieversorgung, und manches mehr. Auf welche Zielgruppe an Käufern man ausgelegt sei, wurde gefragt. Wie es mit Bauland für Bürgerinnen und Bürger aus Neuses aussehe, wollte jemand wissen. Vieles wurde in der Folge beantwortet. Mit Christian Baumgart, Professor für Architektur und Bauwesen an der Fachhochschule Würzburg, hatten die Investoren einen Fachmann mitgebracht, der manches erläuterte. Er meinte, die zur Verfügung stehende Fläche sei gut genutzt. Die Investoren übernähmen die Kosten für Erschließung und manches mehr, was sonst umgelegt würde.

Aus der Versammlung waren auch einige Stimmen zu hören, die angetan waren von dem Projekt. "Wenn was Neues entsteht, kommt wieder Leben ins Dorf", meinte einer. Baumgart sagte zur Zeitschiene, dass ein Bebauungsplan etwa im Frühjahr 2023 stehen könnte. Dann könnten die weiteren Schritte folgen.

Bürgermeister Bielek betonte zum Abschluss erneut das frühe Stadium des Bauprojekts. Man nehme einige Anregungen mit, wichtig sei "Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, und dann erst Nägel mit Köpfen machen." Investor Frederic Reizel sagte, dass in Kürze eine Internetseite entstehen soll, auf der man alle Informationen finden könne.