Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung gab Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler eine Erklärung in eigener Sache ab, die wohl manch einen der 25 Zuhörer der Beratung in der Steigerwaldhalle überraschte. Er wolle die Gelegenheit nutzen und Gerüchten entgegen treten, dass er sein Amt niederlegen würde. Bereits mehrfach sei er von Bürgern gefragt worden, ob daran etwas dran sei. Mitnichten, erklärte Köhler nun. Er habe nie daran gedacht. "Mir macht das Amt als Bürgermeister großen Spaß und ich werde mit meiner vollen Kraft weiter arbeiten",  versicherte das seit Mai amtierende Ortsoberhaupt. Er wisse nicht, wer solche Gerüchte streue und möchte diesen damit entschieden entgegen treten, stellte Bürgermeister Köhler klar.

Doch der Grund für das ungewöhnlich große Interesse an der Ratssitzung dürften zwei Bauangelegenheiten gewesen sein. Zum einen beriet das Gremium über den Plan für die Aufstellung des neuen Baugebiets "Weichseläcker" im Ortsteil Reupelsdorf. Dort will die Gemeinde am Ortseingang von Wiesentheid her Bauland ausweisen. Rund 20 Plätze sollen entstehen, die zunächst vorgesehene Erschließung über eine Siedlungsstraße stieß bei den Anwohnern auf einige Kritik. Einige Reupelsdorfer Bürger verfolgten die Sitzung als Zuhörer.

Eine Unterschriftenliste, sowie mehrere Beschwerden von Bürgern, waren im Rathaus eingegangen. Köhler hatte einen neuen Entwurf für die Planung des Gebiets mit dabei, der laut seiner Aussage mit den Bürgern erarbeitet wurde. Wichtigster Punkt dabei ist, dass nun der Landkreis doch eine direkte Einfahrt von der Wiesentheider Straße aus in das geplante Siedlungsgebiet gestattet. Zunächst war diese Variante abgelehnt worden, weil es zu gefährlich sei. Dass es nun doch gehe, ließ die Gemeindevertreter aufatmen.

"Mir macht das Amt als Bürgermeister großen Spaß und ich werde mit meiner vollen Kraft weiter arbeiten."
Klaus Köhler, Bürgermeister von Wiesentheid

In der Folge wurde über Details für die neue Siedlung debattiert. Etliche Räte wünschen sich, dass das Gebiet eine zweite Zufahrt zur Erschließung bekommen soll. Auch auf Barrierefreiheit für Fuß-und Radwege soll geachtet werden. Der anvisierte Vorschlag mit einem Ringverkehr gefiel nicht jedem Rat. Die Bürger aus dem Ortsteil könnten sich damit anfreunden, warf der Bürgermeister ein. Der Entwurf wurde mit drei Gegenstimmen gebilligt. Köhler merkte an, dass die Planung noch nicht endgültig wäre, jedoch als Grundlage dient. Ob in dem Gebiet bereits kommendes Jahr gebaut werden kann, erscheint eher fraglich.

Weiterhin ging es um die Voranfrage, ob eine größere Wohnanlage in der Alten Abtswinder Straße in Wiesentheid gebaut werden darf. Direkt hinter der Seniorenresidenz sollen zwei zweigeschossige Gebäude mit insgesamt zwölf Wohneinnheiten entstehen. Grundsätzlich sei das Vorhaben zu begrüßen, erklärte der Bürgermeister, da in der Gemeinde der Wohnraum derzeit recht gefragt sei.

Die Häuser weichen jedoch in einigen Punkten vom Bebauungsplan ab. Der Entwurf ist mit einer Größe von 15,86 mal 13,49 Metern, sowie einem Satteldach, geplant. Die Gemeinderäte äußerten einige Bedenken. Zum einen war es die Höhe der Gebäude, die die Nachbarn doch stark beeinträchtige. Dazu stieß das Verrohren eines dortigen Bachlaufs, um Parkplätze zu schaffen, auf Kritik. Moniert wurde außerdem, dass keine Unterschriften der Anlieger vorliegen. Die Räte lehnten die Voranfrage ab.