Tradition wird in Wiesenbronn groß geschrieben und ganz besonders an den Kirchweihtagen. Zu den Höhepunkten der Kerm gehört neben dem Umzug der Burschen am Sonntagnachmittag der Bürgerauszug am Kirchweihdienstag. Da formieren sich vor dem Rathaus und zu den Kommandos von Bürgerkommandant Norbert Stock Fahnen- und Gewehrträger und die Bürger, deren Namen registriert und dann von Bürgermeisterin Doris Paul vom Rathausfenster herab vorgelesen werden. Den Schluss des Zuges bilden die Burschen.

Seit Jahren ist es auch Tradition, dass die Großlangheimer Musikanten für die Begleitmusik sorgen und die Schulkinder, die an diesem Tag Wandertag haben, die Preise für das Schießen tragen. Eine große Zuschauerkulisse zeigte, dass auch die Parade am "Nationalfeiertag" der Wiesenbronner große Beachtung findet.

Bürgermeisterin appelliert, alles für einen Dorfladen zu tun

Bürgermeisterin Doris Paul appellierte an alle Wiesenbronner, alles dafür zu tun, dass die Kirchweih auch im kommenden Jahr wieder gefeiert werden kann "und dass wir auch wieder eine Einkaufsmöglichkeit als Mittelpunkt unseres Dorfes haben, die auch zur Stärkung der Gemeinschaft beiträgt".

Das hochaktuelle Thema Klimaschutz brachte sie mit einem Satz auf den Punkt: "Da muss jeder bei sich selbst anfangen, denn die Lage ist bedenklich, aber nicht aussichtslos." Auch in der Dorfgemeinschaft müsse jeder dafür sorgen, dass ein gutes Klima bestehen bleibe "und auch deswegen seid ihr heute gekommen, denn Kerm heißt auch mitmachen".

Am Nachmittag muss einmarschiert werden, um wieder ausziehen zu dürfen

Nach dem Verlesen der Namen der angetretenen 100 Bürger stellte die Bürgermeisterin die Fahnen- und Gewehrträger vor, da sich einige Änderungen ergeben hatten. Besonderen Dank sagte sie Zieler Hans Wolf, der zum 50. Mal in dieser Funktion den Zug anführte. Wie jedes Jahr erfolgte der Hinweis, dass am Nachmittag wieder einmarschiert werden müsse, da man sonst das Recht verliere, im kommenden Jahr wieder auszuziehen.

Nach dem "Kallerhäuslamarsch", von Rüdiger Schmalz vom Rathausfenster herab geblasen, ging es zum Schützenhaus, wo Bürger und Burschen beim Schießen auf die Scheibe ihren König ermittelten.

Bei der Ankunft auf dem Sportplatz ziehen Fahnen- und Gewehrträger besondere Kreise, was nach jahrhundertealter Tradition angeblich gegen böse Geister helfen soll.