Das neu entstehende Event- und Freizeitgelände am ehemaligen Waldgasthof in Rehweiler sorgt dafür, dass der Markt Geiselwind seinen Flächennutzungsplan ändern muss. Als Folge ist ein eigener Bebauungsplan für das Grundstück zu erstellen. Das dort geplante Vorhaben bereitet jedoch einigen Bürgern im Ortsteil Sorgen, wie sich in der Sitzung des Gemeinderats zeigte. So gingen bei Bürgermeister Ernst Nickel zur ersten Anhörung neben den Stellungnahmen der Behörden auch mehrere von Bürgern ein, die ihre Bedenken äußerten. Die Sitzung verfolgten auch einige Bürger aus Rehweiler als Zuhörer.

Im Geiselwinder Ortsteil will der Besitzer der Anlage, Dieter Öchsner, den ehemaligen Gasthof in eine Wald-Eventanlage mit Hotel umwandeln. Als erster Schritt ging das Restaurant dort bereits in Betrieb, die Hotelanlagen sind im Bau. Außerdem plant Öchsner, das Freigelände der rund 35 000 Quadratmeter großen Fläche am Ortsrand für größere Feierlichkeiten nutzen. Diese müssen umgewidmet werden, weil sie bislang als landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich geführt wurden.

Gemeinderat fasste keine Beschlüsse

Als Ergebnis einer längeren Debatte einigte sich der Gemeinderat schließlich darauf, das Aufstellen des Bebauungsplans für ein Sondergebiet noch aufzuschieben. Das Gremium fasste zu den vorliegenden Stellungnahmen keine Beschlüsse. Zuvor sollen einige Punkte geklärt werden, hieß es.

So will die Gemeinde um Bürgermeister Ernst Nickel, dass der Besitzer der gesamten Anlage schriftlich Stellung nimmt, welcher Art und wie groß die Veranstaltungen außen sein sollen, und was noch geplant sei. Daran war auch den Gemeinderäten gelegen. Zudem soll das Vorhaben in einer Versammlung mit den Bürgern dargelegt werden.  

Wie sich in der Gemeinderatssitzung heraus stellte, sorgt nämlich das Schaffen des Eventgeländes im Freien für Bedenken bei den Rehweiler Bürgern.

Bürger befürchten, dass in Rehweiler künftig größere Veranstaltungen mit 500, oder mehr Besuchern statt finden. Das könnte "zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität im Ort durch Besucherströme, Lärmbelästigung, Verkehrsaufkommen, Vermüllung des Landschaftsschutzgebiets entlang des Haselbachs" führen, wie es in einer Stellungnahme hieß. Zu dieser wurde auch eine Liste mit rund 60 Unterschriften von Bürgern eingereicht, die sich gegen ein Sondergebiet aussprechen. Außerdem hat auch ein direkt angrenzender Landwirt Einwände vorgebracht. Auch dazu gibt es noch einige Dinge zu klären, wie sich heraus stellte.

Schutz der Anwohner ist wichtig

Vor Beginn der Debatte hatten Bürgermeister Ernst Nickel und Verwaltungsleiter Wilfried Hack einiges zu erläutern. Die Gemeinde wollte eigentlich zunächst eine Bürgerversammlung mit Informationen abhalten, was aber wegen der bisherigen Corona-Vorschriften nicht möglich gewesen sei. Insgesamt wies Nickel darauf hin, dass man das gesamte Prozedere nicht allein für den Unternehmer mache. Der Schutz der Anwohner sei genauso wichtig. Ähnlich große Events mit über 1000 Besuchern, wie beim Autohof Strohofer, schloss er für Rehweiler aus.

Die Gemeinde müsse jedoch in der gesamten Angelegenheit "nach Recht und Gesetz gehen, auch ein Herr Öchsner hat gewisse Rechte und auch Pflichten", so der Bürgermeister. Als ersten Schritt lag nun die frühzeitige Bürgerbeteiligung auf den Tisch, so Verwaltungsleiter Hack. Danach folgt etwa im Herbst eine zweite Beteiligung, erst dann würden die Pläne angepackt. Der Flächennutzungsplan sei nur vorbereitend, die Details würde dann im zu erstellenden Bebauungsplan festgelegt.